US-Senator und Trump-Freund Graham ist tot
Autor: Laura Almanza, Lena Klimkeit und Regina Wank, dpa
, Sonntag, 12. Juli 2026
Gerade hatte der US-Republikaner Graham noch Kiew besucht, im November wollte er sich erneut zur Wahl stellen. Nun ist der langjährige Senator überraschend gestorben. Trump verliert einen Verbündeten.
Der langjährige republikanische Senator und Trump-Verbündete Lindsey Graham ist tot. Er sei am Samstagabend nach kurzer und schwerer Krankheit gestorben, war auf seinen Profilen auf X und Facebook in einer Mitteilung seines Büros zu lesen. Graham hatte am Donnerstag seinen 71. Geburtstag gefeiert.
Wie überraschend sein Tod kam, macht nicht zuletzt sein voller Terminkalender deutlich. Gerade schüttelte er noch dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew die Hand, für Sonntag war ein Interview im US-Fernsehen geplant. Bei den wichtigen Zwischenwahlen im November wollte er für eine fünfte Amtszeit im Senat antreten. US-Präsident Donald Trump hatte ihm dafür seine «uneingeschränkte und volle Unterstützung» ausgesprochen.
Trump: «einer der großartigsten Menschen»
«Senator Lindsey Graham, einer der großartigsten Menschen und Senatoren, die ich je gekannt habe, ist gestorben!», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, kurz nachdem sich die Nachricht in der US-Nacht verbreitet hatte. «Er war immer am Arbeiten und war ein wahrer amerikanischer Patriot. Lindsey wird uns sehr fehlen!!!»
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich betroffen. Graham sei ein echter Freund und Partner Deutschlands im transatlantischen Bündnis gewesen, schrieb der CDU-Politiker in Englisch auf X. «I will miss him.» («Ich werde ihn vermissen»), fügte Merz hinzu.
Graham vertrat den US-Bundesstaat South Carolina ab Mitte der 90er Jahre zunächst im Repräsentantenhaus. 2003 begann seine erste Amtszeit als Senator. Er galt als erfahrener Außenpolitiker und beschäftigte sich bis zuletzt mit den großen Konfliktherden. Vor wenigen Tagen konnte er der Ukraine die Botschaft überbringen, dass das Weiße Haus ein neues Sanktionsgesetz unterstütze. Im Iran sprach er sich für einen Machtwechsel aus. Merz lobte Graham in dem Zusammenhang bei der Münchner Sicherheitskonferenz, «weil er gesagt hat, dass dieses Regime verschwinden muss».
«Konservativer Problemlöser»
Mit welchem Selbstverständnis Graham Politik gemacht hat, wird direkt im ersten Satz zu seiner Biografie auf seiner Webseite deutlich. «Lindsey Graham hat sich den Ruf als konservativer Problemlöser und als einer der entschiedensten Verfechter einer starken Landesverteidigung erworben», heißt es dort. Graham sicherte sich 2002 erstmals einen Sitz im Senat und gewann die Wiederwahlen in den Jahren 2008, 2014 und 2020. Zuletzt war er der Vorsitzende des Haushaltsausschusses in der Kongresskammer.
Von Trumps Kritiker zum guten Freund
«Auf beruflicher Ebene bin ich stolz darauf, von Anfang an dabei gewesen zu sein, als Präsident Trump - allein durch seine Willenskraft - das größte politische Comeback in der amerikanischen Geschichte geschafft hat», schrieb Graham im vergangenen Jahr auf der Plattform X. «Auf persönlicher Ebene schätze ich unsere Freundschaft sehr. Er ist ein großartiger Golfpartner, den ich bisher noch nicht schlagen konnte.»