USA-Iran-Rahmenabkommen: Was hat Trump überhaupt erreicht?
Autor: Franziska Spiecker und Khang Mischke, dpa
, Dienstag, 14. Juli 2026
Groß war der Jubel des US-Präsidenten, als er mit der Führung im Iran ein vages Rahmenabkommen erzielte. Knapp einen Monat später stellt sich jedoch die Frage: Was ist davon noch übrig?
Vor knapp einem Monat ist das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran in Kraft getreten. Es sollte der Startpunkt für vertiefte Verhandlungen mit dem Ziel eines dauerhaften Kriegsendes sein. In einem Zeitraum von zunächst 60 Tagen sollte der Fokus der Gespräche aus Sicht der USA vor allem auf Irans umstrittenem Atomprogramm liegen.
Doch daraus wurde nichts. Bald ist die Hälfte des besagten Zeitraums um – und anstatt intensiv über Atomfragen zu verhandeln, wird wieder gekämpft. Die Situation rund um die Straße von Hormus ist ganz offensichtlich ein längst nicht befriedeter Konfliktherd. Ob die Aufhebung von Sanktionen oder von Seeblockaden – immer mehr Schritte, die die USA und der Iran im Zuge ihres Rahmenabkommens vollzogen haben, sind inzwischen revidiert. Die Vereinbarung zwischen beiden Seiten scheint weitestgehend ausgehöhlt.
Drei zentrale Beispiele:
Straße von Hormus: Ein Problem, das Trump nicht loswird
Mit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens sollte sich die Islamische Republik «nach besten Kräften» darum bemühen, Handelsschiffen eine sichere und für 60 Tage gebührenfreie Passage durch die Meerenge zu ermöglichen. Ferner sollten der Iran und das auf der anderen Seite des Persischen Golfs gelegene Sultanat Oman unter Einbeziehung weiterer Golfanrainer über die künftige Verwaltung der Straße von Hormus beraten.
Die vage Formulierung «nach besten Kräften» ist eine von mehreren in dem Abkommen, die viel Interpretationsspielraum lässt und dafür kritisiert wurde. Knapp vier Wochen nach Inkrafttreten des Rahmenabkommens ist die Zukunft der freien Handelsschifffahrt in der für den weltweiten Ölhandel zentralen Meerenge nach mehrfachen gegenseitigen Angriffen weiter ungewiss. Teheran und Washington ringen um die Kontrolle – und um Deutungshoheit.
Künftig solle das US-Militär Sorge dafür tragen, dass Frachter sicher die Meerenge passieren können, schrieb Trump am Montag auf der Plattform Truth Social. Seiner Vorstellung nach sollen die USA für das Geleit nun Einnahmen in Höhe von 20 Prozent des Frachtwertes beanspruchen. Dies solle die Kosten für die Begleitung der Schiffe kompensieren, betonte Trump. Details ließ er jedoch offen – auch die Frage, wer genau dieses Geld bezahlen soll.
Trump kündigte zudem eine erneute Seeblockade gegen Schiffe an, die iranische Häfen ansteuern oder von diesen abfahren. Nach Angaben des US-Militärs soll diese ab Dienstagnachmittag US-Ostküstenzeit (22.00 Uhr deutscher Zeit) gelten. Schon zuvor hatten die USA im Iran-Krieg eine solche Blockade verhängt und über Monate aufrechterhalten – sie dann jedoch im Zuge des Rahmenabkommens Mitte Juni aufgehoben.