Ukraine-Gespräche gehen in die nächste Runde
Autor: dpa
, Samstag, 20. Dezember 2025
Auf Berlin folgt Miami: Was vergangene Woche in der deutschen Hauptstadt zwischen den USA, Europäern und der Ukraine besprochen wurde, wird nun mit Russland diskutiert. Ausgang offen.
Die Verhandlungen über eine Friedenslösung in der Ukraine nach fast vier Jahren des russischen Angriffskriegs gehen in die nächste Runde. Nach den Gesprächen zwischen führenden europäischen Staaten, den USA und der Ukraine in Berlin am vergangenen Sonntag und Montag wollen die amerikanischen Unterhändler die Ergebnisse nun mit Vertretern Russlands in Miami im US-Bundesstaat Florida rückkoppeln.
Vor Tagen kündigte ein hochrangiger US-Beamter an, dass man sich in Arbeitsgruppen treffen wolle. Militärvertreter sollen demnach auch dabei sein. Die USA sehen sich als Vermittler in dem Konflikt.
Auch ukrainische und europäische Regierungsvertreter werden in Florida erwartet, darunter der außenpolitische Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz, Günter Sautter. Er machte sich bereits am Freitag auf den Weg, um dort «informelle Gespräche mit der US-Regierung» zu führen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr.
Medienberichten zufolge ist ein Treffen mit dem Ukraine-Sonderbeauftragten von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, geplant, an dem auch Vertreter von Großbritannien und Frankreich teilnehmen sollen. Gespräche der deutschen und russischen Seite sind nicht vorgesehen.
Die russische Delegation soll den Berichten zufolge von Präsident Wladimir Putins Berater Kirill Dmitrijew angeführt werden. Er soll mit Witkoff über die Ergebnisse der zweitägigen Gespräche in Berlin sprechen.
Russische und ukrainische Angriffe
Ukrainische und russische Militär überzogen sich derweil mit neuen Angriffen. In der ukrainische Hafenstadt Odessa starben in der Nacht mindestens acht Menschen bei einem russischen Raketenangriff, weitere 32 Menschen wurden verletzt. Die russische Militärführung berichtete von Angriffen gegen einen Betrieb der ukrainischen Rüstungsindustrie sowie von Attacken gegen Fahrzeugkolonnen der ukrainischen Armee. Diese Behauptungen wurden von ukrainischer Seite nicht kommentiert, von unabhängiger Seite gab es dazu keine Bestätigung.
Die Ukraine griff ihrerseits nach eigener Darstellung ein russisches Kriegsschiff und Erdölplattform im Kaspischen Meer mit Kampfdrohnen an. Bei einem Drohnenangriff gegen den russischen Militärflughafen Belbek auf der besetzten Halbinsel Krim seien zwei Kampfflugzeuge vom Typ Suchoi Su-27 sowie der Kontrollturm zerstört worden, teilte der Geheimdienst SBU mit. Von russischer Seite gab es dazu keine Angaben, von unabhängiger Seite war keine Überprüfung möglich.