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Ueli Kestenholz: Schweizer Snowboard-Legende stirbt bei Lawinenunglück


Autor: Stefan Lutter

Bern, Dienstag, 13. Januar 2026

Olympiamedaillen-Gewinner Ueli Kestenholz ist tot. Der Wintersport-Star starb am vergangenen Wochenende bei einem Lawinenunglück im Lötschental.
Ueli Kestenholz feierte 1998 den Gewinn von Olympia-Bronze (Archivbild). Am Sonntag, 11. Januar 2026, erschütterte ein tragisches Ereignis die Schweizer Sportwelt: Eine Lawine im Lötschental riss Snowboard-Star Kestenholz in den Tod.


Die Schweiz trauert um einen Wintersport-Star: Snowboard-Legende Ueli Kestenholz ist am Sonntag, 11. Januar 2026, bei einem tragischen Lawinenunglück ums Leben gekommen. Er wurde 50 Jahre alt.

Laut Kantonspolizei Wallis ereignete sich das Unglück im Lötschental im Kanton Wallis auf dem Gebiet der kleinen Gemeinde Kippel. Dort habe sich gegen 12.14 Uhr in der Ostflanke des "Hockuchriz" auf etwa 2400 Metern Höhe eine Lawine gelöst.

Olympia-Bronzemedaillengewinner Ueli Kestenholz tödlich verunglückt

Kestenholz war dem Polizeibericht zufolge gemeinsam mit einem Skifahrer unterwegs, der sich vor dem Lawinenabgang selbstständig in Sicherheit bringen konnte. Der 50-jährige Snowboarder hingegen wurde von der Lawine erfasst und verschüttet.

Die Rettungskräfte der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation (KWRO) und drei Helikopter der Air Zermatt waren im Einsatz, um ihn aus dem Schnee zu bergen. Der schwer verletzte Sportler wurde zunächst ins Spital Visp und später ins Spital Sitten geflogen, wo er verstarb. Zuerst hatte die Berner Zeitung berichtet, dass es sich bei dem Lawinenopfer um den Snowboard-Start handelte.

Das Lötschental liegt im südlichen Teil der Schweiz, im Kanton Wallis, und erstreckt sich zwischen den Berner und Walliser Alpen. Es beginnt am Lötschenpass und mündet bei Gampel ins Rhonetal, mit malerischen Dörfern wie Kippel und Wiler entlang des Tals. International bekannt ist das Lötschental für seine beeindruckende Landschaft, traditionelle Bräuche und als beliebtes Ziel für Wanderer, Skifahrer und Freerider.

Schweizer Sportgeschichte geschrieben

Ueli Kestenholz war eine prägende Figur des Schweizer Snowboardsports. In seiner aktiven Karriere ab den frühen 1990er Jahren erzielte er zahlreiche Erfolge. Bei den Olympischen Spielen 1998 in Nagano gewann er im Snowboard-Riesenslalom die Bronzemedaille und schrieb damit Schweizer Sportgeschichte. Neben seiner Teilnahme an den Olympischen Spielen 2006, wo er beim Snowboardcross antrat, war Kestenholz auch ein Pionier in der Freeride-Szene. Er widmete sich in den letzten Jahren verstärkt dem Filmen und der Förderung des Schneesports, wie das Fachportal Swiss-Ski hervorhob.

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Der Schweizer Skiverband Swiss-Ski zeigte sich tief betroffen von dem Verlust. "Wir sprechen den Angehörigen und Nahestehenden von Ueli unser tiefstes Beileid aus", sagte Swiss-Ski-Präsident Peter Barandun. In einer offiziellen Mitteilung würdigte der Verband Kestenholz als herausragenden Sportler und Menschen, der den Schweizer Schneesport maßgeblich beeinflusst habe. Sein Engagement und seine Leidenschaft für den Sport werden unvergessen bleiben.

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis hat eine Untersuchung des Lawinenunglücks eingeleitet, um die genauen Umstände zu klären. Laut der Kantonspolizei ist die Ursache für das Auslösen der Lawine bisher nicht bekannt. Experten betonen jedoch die Wichtigkeit von Vorsichtsmaßnahmen beim Freeriden, insbesondere in hochalpinen Regionen, wo die Lawinengefahr durch Witterungsbedingungen stark variieren kann.

Die größten Erfolge von Ueli Kestenholz

Neben seinen sportlichen Erfolgen war Ueli Kestenholz ein Abenteurer, der die Berge liebte und eine enge Verbindung zur Natur hatte. Seine Leidenschaft für das Snowboarden und Freeriden teilte er nicht nur durch Wettkämpfe, sondern auch durch Filmprojekte, die die Schönheit und Herausforderung des Schneesports einfingen. Freunde und Kollegen erinnern sich an ihn als inspirierten und inspirierenden Menschen, der stets seinen eigenen Weg ging, wie Swiss-Ski betonte.

Kestenholz galt als Pionier des Schweizer Snowboardsports und hat sowohl in seiner aktiven Zeit als auch darüber hinaus den Wintersport entscheidend geprägt. Seine Leistungen bei internationalen Wettkämpfen und sein Engagement für das Freeriden machen ihn zu einer Legende. Hier sind seine größten Erfolge:

  • Bronzemedaille im Snowboard-Riesenslalom bei den Olympischen Spielen 1998 in Nagano.
  • Teilnahme an der olympischen Premiere des Snowboardcross bei den Olympischen Spielen 2006.
  • Mehrere Podestplätze im Weltcup in den 1990er Jahren.
  • Wegbereiter des Freeride-Snowboardens und Mitwirkung bei innovativen Filmprojekten.
  • Inspirierender Mentor und Förderer des Schneesports in der Schweiz.

Der plötzliche Tod von Ueli Kestenholz hinterlässt eine große Lücke in der Schweizer Sportwelt. Fans, Freunde und Wegbegleiter trauern um einen Mann, der weit über den Snowboardsport hinauswirkte. Sein Vermächtnis als Olympiamedaillengewinner und Freeride-Pionier wird in der Geschichte des Schneesports einen festen Platz behalten. Der tragische Unfall erinnert daran, wie wichtig Sicherheitsvorkehrungen im alpinen Gelände sind. Experten raten allen Wintersportlern, Lawinenwarnungen ernst zu nehmen und sich der Gefahren bewusst zu sein. sl/mit dpa