Behörde: Bedrohungslage in Meerenge ist ernst
Derweil berichtete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO), die Bedrohungslage in der Meerenge bleibe durch die Angriffe der mächtigen iranischen Revolutionsgarden auf Handelsschiffe und weitere Schikanen ernst: «Diese Aktionen zeigen weiterhin die Absicht des Iran, seine Präsenz entlang wichtiger Transitrouten zu behaupten und den Druck auf die durchfahrenden Schiffe aufrechtzuerhalten.» Der Handelsverkehr stagniere einstweilen auf einem «reduzierten Niveau».
Vor dem Ende Februar von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran verlief die Schifffahrt in der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman weitestgehend ungestört. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wurde durch die Straße von Hormus befördert, die auch für den Transport von Flüssiggas und Dünger von zentraler Bedeutung ist. Nach Kriegsbeginn brachte der Iran mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Schiffsverkehr fast zum Erliegen. In der Folge stiegen die Weltmarktpreise für Öl und Gas sprunghaft an.
Nationaler Sicherheitsrat bekommt neuen Anführer
Derweil hat der iranische Machtapparat die Spitze des Nationalen Sicherheitsrats neu besetzt. Der ehemalige Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohsen Resai, wird neuer Vorsitzender, wie iranische Medien berichteten. Der oberste Führer Modschtaba Chamenei habe ihn ernannt. Der Sicherheitsrat gilt als ein zentrales Kontrollgremium innerhalb der Islamischen Republik. Dass nun der bisherige Vorsitzende, der eher unbekannte Brigadegeneral Mohammed Bagher Solghadr, durch Resai ersetzt wird, könnte auf eine weitere Festigung des Einflusses der Revolutionsgarden auf die Regierung hindeuten.
Konflikt im Jemen dauert an
Im Zuge des Iran-Kriegs spitzt sich auch der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz im Jemen weiter zu - trotz internationaler Appelle für eine Rückkehr zur Diplomatie. Die Huthi griffen erneut die an der Westküste des Jemens liegende Hafenstadt Mokka an. Die Miliz habe ballistische Raketen und Drohnen auf ein Wohnviertel der von der Regierung kontrollierten Stadt geschossen, teilte die Armee am späten Abend auf der Plattform X mit.
Bei einem vorherigen Angriff der Rebellen seien sieben Zivilisten und Militärangehörige getötet und weitere Menschen verletzt worden, teilte die Armee weiter mit. Huthi-Militärsprecher Jahja Sari erklärte auf der Plattform Telegram, der Angriff habe saudi-arabischen Truppen und Waffenlagern in der Stadt gegolten. Mokka liegt nahe der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab, die für Schiffe den Eingang zum Roten Meer bildet.
Saudi-Arabien kämpft gemeinsam mit der international anerkannten Regierung im Jemen seit Jahren gegen die Huthi-Miliz. Diese hatte das arme Land auf der Arabischen Halbinsel 2014 förmlich überrannt und in einen Bürgerkrieg gestürzt. 2022 trat in dem Konflikt eine Waffenruhe in Kraft, kleinere Gefechte gab es allerdings weiterhin.
Jüngst griffen die Huthi auch mehrere saudi-arabische Schiffe an oder zwangen sie zu Kurswechseln. In der Nacht zu Freitag attackierten die Islamisten auch Ziele in Saudi-Arabien.