Trump lässt Deutschland über Truppenabzug im Unklaren
Autor: den dpa-Korrespondenten
, Sonntag, 03. Mai 2026
Die Entscheidung, 5.000 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen, kam nicht ohne Ansage. Doch während die Ankündigung gerade erst verdaut wird, droht Trump weiter - und lässt Details offen.
US-Präsident Donald Trump lässt die deutschen Verbündeten im Unklaren über das tatsächliche Ausmaß des geplanten Truppenabzugs. Nachdem das Verteidigungsministerium am Freitag angekündigt hatte, 5.000 US-Soldaten in den kommenden sechs bis zwölf Monaten aus Deutschland abzuziehen, legte Trump nach: «Wir werden stark reduzieren, und zwar um weit mehr als 5.000 (Soldaten)», sagte er auf dem Flughafen in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida auf eine Reporterfrage.
Derzeit sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April rund 39.000 Soldaten in Deutschland stationiert. Die Zahl verändert sich regelmäßig, auch wegen Rotationen und Übungen. Das US-Verteidigungsministerium machte deutlich, die Entscheidung folge einer Überprüfung der Truppenpräsenz in Europa. Es gibt noch keine offiziellen Angaben dazu, welche Standorte betroffen sind und um welche Einheiten es geht.
Trump hatte erst kürzlich angekündigt, einen solchen Schritt zu prüfen. Zuvor hatte er Kritik an Kanzler Friedrich Merz (CDU) gerichtet, nachdem dieser sich kritisch zum US-Krieg gegen den Iran geäußert hatte.
Dutzende US-Militärstützpunkte in Europa
In Europa gibt es seit Jahrzehnten Dutzende große US-Militärstützpunkte. Bei Einsätzen der Amerikaner etwa im Nahen Osten sind sie von großer Bedeutung. In Deutschland gehören dazu zum Beispiel das US-Oberkommando für Europa in Stuttgart und als Drehkreuz der US-Luftwaffe der Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz.
Pistorius um Deeskalation bemüht
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hob die gemeinsamen Interessen hervor. «Die Präsenz amerikanischer Soldaten in Europa und besonders in Deutschland ist in unserem Interesse und im Interesse der USA», sagte er am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zugleich machte er deutlich, dass die Entscheidung nicht unerwartet komme.
Die Nato versuchte, sich mehr Klarheit zu verschaffen. «Wir arbeiten mit den USA zusammen, um die Details ihrer Entscheidung zur Truppenpräsenz in Deutschland zu ergründen», teilte eine Sprecherin auf der Plattform X mit.
Kritik von Trumps Republikanern
Einflussreiche Republikaner reagierten mit Skepsis auf die Pläne der US-Regierung. «Wir sind sehr besorgt über die Entscheidung, eine US-Brigade aus Deutschland abzuziehen», teilten Senator Roger Wicker und der Abgeordnete Mike Rogers mit. Rogers sitzt dem für die Streitkräfte zuständigen Ausschuss im Repräsentantenhaus vor, Wicker dem im Senat.