Trump will mit Kriegsschiffen Handel sichern - wer noch?
Autor: den dpa-Korrespondenten
, Montag, 16. März 2026
Die Folgen des Iran-Kriegs sind weltweit spürbar, auch weil ein wichtiger Handelsweg zum unkalkulierbaren Risiko für Schiffe geworden ist. Trump erwartet Hilfe betroffener Länder. Aber machen die mit?
Die Passage der für den Öltransport so wichtigen Straße von Hormus ist wegen drohender Angriffe im Iran-Krieg zum unkalkulierbaren Risiko für Handelsschiffe geworden. US-Präsident Donald Trump erwartet nun die Unterstützung anderer Länder, die ihr Öl über die Meerenge bekommen - von Staaten in Asien bis zu den Nato-Partnern. Die USA hätten der Ukraine geholfen, sich gegen Russland zu verteidigen, sagte Trump mit Blick auf die Nato-Verbündeten. Jetzt seien andere Länder am Zug, Amerika zur Seite zu stehen. Aber was sagen deren Regierungen dazu - und wie ist die deutsche Position?
China
Auf Fragen zu Trumps Vorschlag, China solle sich an einer internationalen Sicherung der Straße von Hormus beteiligen, verwies ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums lediglich auf Chinas bekannte Position und wich damit einer direkten Antwort aus. Die angespannte Lage in der Meerenge und den umliegenden Gewässern beeinträchtige internationale Handelswege für Waren und Energie und untergrabe den regionalen sowie globalen Frieden. China rufe daher alle Seiten erneut dazu auf, militärische Aktionen unverzüglich einzustellen.
Die Straße von Hormus ist für China strategisch wichtig, weil die Volksrepublik einen großen Teil ihrer Ölimporte aus dem Nahen Osten über dieses Nadelöhr bezieht. Experten halten es für wahrscheinlicher, dass China versuchen wird, über diplomatische Kanäle auf seinen Partner Iran einzuwirken, statt selbst militärische Präsenz zu zeigen.
Frankreich
Frankreich hat selbst einen Begleitschutz für Handelsschiffe ins Spiel gebracht. Nach Beratungen der G7-Gruppe großer Industrienationen, der Frankreich dieses Jahr vorsitzt, verkündete Präsident Emmanuel Macron am Mittwoch, die G7-Staaten wollten die Straße von Hormus wieder für die Handelsschifffahrt befahrbar machen, indem sie Öltanker und Frachtschiffe eskortieren lassen.
Allerdings schränkte er ein, dass die Voraussetzungen dafür derzeit nicht gegeben seien. «Die Meerenge ist ein Kriegsschauplatz, aber diese Arbeit muss organisiert werden», sagte Macron. Um solche Eskorten zu gewährleisten, sei die Koordination mehrerer Marinen und mehrwöchige Vorarbeit nötig. Zu den G7-Staaten gehören neben Frankreich und den USA auch Deutschland, Japan, Kanada, Großbritannien und Italien.
Zuvor hatte Macron schon einen defensiven Einsatz zur Begleitung von Containerschiffen und Tankern in Aussicht gestellt, dabei aber auch die Zeit nach der heißesten Phase des Krieges gemeint und keine weiteren Details genannt. Frankreich hat drei große Kriegsschiffe in die Region verlegt. Diese seien weiterhin im östlichen Mittelmeer, hieß es vom französischen Außenministerium. Wie Frankreich auf Trumps Bitte reagiert, beantwortete der Élysée-Palast auf Anfrage zunächst nicht.
Japan
Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi erklärte, ihre Regierung prüfe, welche Maßnahmen sie im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben ergreifen könne, um die Sicherheit japanischer Schiffe und ihrer Besatzungen im Nahen Osten zu gewährleisten. Ein ranghoher Vertreter ihrer Regierungspartei forderte eine «umsichtige» Entscheidung hinsichtlich der Entsendung von Japans Selbstverteidigungsstreitkräften. Diese tragen ihren Namen nicht umsonst, sind ihre Einsätze im Ausland doch durch Japans pazifistische Nachkriegsverfassung eingeschränkt. Die Regierung hat zwar ihre Rolle im Ausland durch Sicherheitsgesetze, die 2016 in Kraft traten, ausgeweitet. Doch die Entsendung von Truppen in Gebiete, in denen sie in Kampfhandlungen verwickelt werden könnten, bleibt umstritten.