Trump verkündet Verlängerung der Waffenruhe im Libanon
Autor: dpa
, Freitag, 24. April 2026
Im Zuge des Iran-Kriegs ist der Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel erneut eskaliert. Die brüchige Waffenruhe will Trump nun verlängern - verbunden mit einer Botschaft an Israel.
Die Waffenruhe zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel soll nach Angaben von US-Präsident Donald Trump um drei Wochen verlängert werden. Das teilte er nach einem Treffen von Vertretern der verfeindeten Nachbarländer Israel und Libanon im Weißen Haus auf seiner Plattform Truth Social mit. Die derzeit geltende, zehntägige Waffenruhe wäre ohne eine Verlängerung am späten Sonntagabend ausgelaufen. Die Hisbollah-Miliz äußerte sich zunächst nicht dazu.
Trump kündigt Treffen mit Netanjahu und Aoun an
«Die Vereinigten Staaten werden mit dem Libanon zusammenarbeiten, um ihm dabei zu helfen, sich vor der Hisbollah zu schützen», sagte Trump. Ins Auge nehme er dabei auch die Finanzierung der Miliz durch den Iran, sagte er auf eine Reporterfrage. Solange der Iran die Hisbollah finanziere, werde es keine Vereinbarung im Iran-Krieg geben. «Das ist ein Muss», sagte Trump.
Zudem werde er in naher Zukunft den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun empfangen. Er plane, das Treffen noch während der verlängerten Waffenruhe stattfinden zu lassen. Das vorangegangene Treffen im Weißen Haus nannte Trump historisch. Auf US-Seite waren ihm zufolge neben Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio auch die US-Botschafter in Israel und im Libanon dabei. Zudem waren Israels Botschafter in den USA, Jechiel Leiter, sowie die libanesische Botschafterin Nada Hamadeh Moawad anwesend.
Seltenes Treffen in Washington
Bereits vergangene Woche hatte es in Washington direkte Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon gegeben: Deren Botschafter in den USA kamen im US-Außenministerium zu Gesprächen zusammen - das erste Treffen dieser Art seit Jahrzehnten. Der Libanon will den Einfluss der Hisbollah im Land eindämmen und ist auch keine aktive Konfliktpartei im Krieg der Miliz mit Israel. Die libanesische Regierung hatte den Druck auf die Hisbollah zuletzt erhöht.
Im Südlibanon gibt es trotz der Waffenruhe weiter tödliche Zwischenfälle. In der aktuellen Waffenruhe-Vereinbarung heißt es, Israel solle zwar «offensive» Einsätze gegen Ziele im Libanon unterlassen. Das Land darf sich demnach aber gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe verteidigen. Beide Seiten werfen sich Verstöße gegen das Abkommen vor.
Trump: Israel wird «vorsichtig» vorgehen
Trump unterstrich im Weißen Haus das Recht Israels, sich selbst zu verteidigen. «Aber sie werden dabei vorsichtig vorgehen, und sie werden dabei präzise vorgehen», sagte Trump. Kurz zuvor war Israel nach Angaben der Armee erneut unter Beschuss aus dem Libanon geraten. Die Luftabwehr habe die Geschosse abgefangen. Die Abschussrampe sei daraufhin bombardiert worden, hieß es in der Nacht. Zuvor seien drei «Hisbollah-Terroristen» ausgeschaltet worden, die erfolglos eine Rakete auf ein israelisches Militärflugzeug gefeuert hätten.
Israel strebt nach Worten Netanjahus ein dauerhaftes Friedensabkommen mit dem Libanon an sowie eine Entwaffnung der Hisbollah. Die libanesische Regierung will eine dauerhafte Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden des Landes erreichen. Die Hisbollah weigert sich bisher aber, die Waffen abzugeben, und Israels Truppen sind seit anderthalb Jahren im südlichen Libanon stationiert - bisher ohne Aussicht auf einen raschen Abzug. Ein umfassendes Friedensabkommen ist deshalb fraglich.