Trump verbietet US-Sender CNN Zugang zum Weißen Haus
Autor: Anna Ringle, dpa
, Samstag, 19. Sept. 2026
Der US-Präsident führt einen Kampf gegen Medien, die über ihn kritisch berichten. Jetzt trifft es wenige Wochen vor den wichtigen Parlamentswahlen CNN und andere. Sie sind nicht die Ersten.
US-Präsident Donald Trump verbietet dem renommierten TV-Sender CNN ab sofort den Zugang zum Weißen Haus. Betroffen von dem Verbot seien auch der Sender MS NOW und das Newsportal «Politico», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Trump warf ihnen vor, Falschnachrichten zu verbreiten. Kritiker sehen einen Einschüchterungsversuch und Angriff auf die Pressefreiheit.
Reporterinnen und Reporter dieser Medienhäuser wären von Pressekonferenzen und Terminen Trumps im Oval Office ausgeschlossen. CNN ist einer der bekanntesten Nachrichtensender weltweit. «Politico» gehört zum Portfolio des deutschen Medienkonzerns Axel Springer.
Wie weitreichend das Verbot ist und ob die Journalisten auch nicht mehr auf Regierungsflügen in der Air Force One dabei sein dürfen, blieb unklar. CNN berichtete auf seiner Webseite, dass es nach Trumps Ankündigung zunächst keine Anzeichen dafür gegeben habe, dass seine Regierung Maßnahmen ergriffen habe, um dies tatsächlich umzusetzen. Das CNN-Team sei am Freitagnachmittag weiterhin im Weißen Haus gewesen.
Ähnlich berichtete der Nachrichtensender MS NOW. Reporter seien im Weißen Haus gewesen, als Trump seinen Post publiziert habe. Die Trump-Regierung habe bislang noch keine Maßnahmen ergriffen, hieß es in dem Bericht am Nachmittag weiter. Was genau der Anlass für Trumps Ankündigung war, blieb unklar.
Medien pochen auf die Verfassung und verbitten sich Einmischung
Als Trump wenig später im Weißen Haus danach gefragt wurde, ob sein Verbot vor Gericht Bestand haben werde, sagte er: «Ich finde nicht, dass ein Gericht zulassen sollte, dass Tag für Tag Falschnachrichten veröffentlicht werden.» Der Sender CNN pochte in einem Statement auf sein Recht auf Pressefreiheit und verwies auf die US-Verfassung. Es dürfe keine Einmischung seitens der Regierung geben.
«Politico» in den USA teilte auf dpa-Anfrage mit, man werde weiterhin fair über das Weiße Haus berichten. Man werde die eigenen Rechte mit Nachdruck gegen jeden Versuch verteidigen, sie einzuschränken.
Der Verein White House Correspondents' Association (WHCA), der Journalisten, die über das Weiße Haus berichten, vertritt, reagierte empört auf Trumps Ankündigung. «Hier geht es um mehr als die Rechte von Journalisten. Es geht um das Recht der amerikanischen Bevölkerung, eine umfassende und unabhängige Darstellung der Aktivitäten, politischen Maßnahmen und Entscheidungen derjenigen zu erhalten, die das höchste Amt der Nation innehaben», teilte WHCA-Präsidentin Jacqui Heinrich mit.