Seit gut einer Woche tobt der Krieg im Iran. Trump ging zuletzt von einer Dauer von vier bis fünf Wochen aus. Jetzt sendet der US-Präsident andere Signale.
Inmitten heftiger israelischer Angriffe auf den Iran hat US-Präsident Donald Trump überraschend ein baldiges Ende des Krieges ins Spiel gebracht. «Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet. Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, sie haben keine Luftwaffe», zitierte ihn der US-Sender CBS News nach einem Telefoninterview. Der Krieg verlaufe «weit vor dem Zeitplan». Das Hauptrisiko sei vorbei. Der US-Präsident legte sich aber nicht auf einen konkreten Zeitpunkt fest.
Die iranischen Revolutionsgarden reagierten scharf auf Trumps Äußerungen. «Wir sind diejenigen, die über das Ende des Krieges entscheiden», hieß es in einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Mitteilung. «Die Bedingungen auf dem Schlachtfeld und das Ende des Krieges liegen in den Händen der Islamischen Republik.»
Börsen nach Trump-Aussage zum Iran-Krieg im Plus
Die Börsen hingegen goutierten Trumps Aussagen. Japans Leitindex Nikkei 225 stand zum frühen Nachmittag (Ortszeit) bei einem Plus von etwa 2,5 Prozent. Südkoreas Leitindex Kospi erreichte parallel 4,7 Prozent über dem Vortagsschluss. In China kletterte der Hongkonger Index Hang Seng auf mehr als 1,7 Prozent, und der CSI-300-Index, der die wichtigsten Aktien in Festlandchina abbildet, überschritt knapp die Marke von 1,0 Prozent.
Auch auf dem Energiemarkt sorgte die Aussicht auf ein baldiges Kriegsende für Entspannung: Der Preis für Rohöl der Sorte Brent fiel auf 89,20 US-Dollar pro Fass (159 Liter) - gut 30 Dollar weniger als noch in der Nacht zum Montag.
Seit Ende Februar greifen Israel und die USA immer wieder den Iran an. Nach dem Beginn der US-Offensive hatte Trump zuletzt noch gesagt, dass er von einer Kriegsdauer von vier bis fünf Wochen ausgehe. Ende vergangener Woche nannte Regierungssprecherin Karoline Leavitt dann einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen.
Israels Luftwaffe fliegt schwere Angriffe auf den Iran
Das israelische Militär teilte unterdessen mit, in zwei großen Angriffswellen militärische Ziele im Iran ins Visier genommen zu haben. In der Hauptstadt Teheran sei eine Kommandozentrale der Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden und in Isfahan eine Stätte zur Herstellung und Lagerung von Waffen getroffen worden, hieß es in einer Armeemitteilung.
Israel und die USA begründen den Krieg mit der Bedrohung durch Irans Raketen- und Atomprogramm. Irans Streitkräfte haben als Reaktion auf die Luftangriffe Ziele in mehreren Ländern der Region attackiert.