Iran und USA stehen vor wegweisendem Abkommen
Autor: dpa
, Freitag, 12. Juni 2026
Diese Woche noch drohte der Iran-Krieg wieder zu eskalieren. Nun gibt es positive Zeichen für ein Ende des Konflikts.
Mehr als drei Monate nach Beginn des Iran-Kriegs rückt ein Abkommen zwischen Washington und Teheran zur Beendigung der Kämpfe in greifbare Nähe. Laut Pakistans Regierung, die zwischen den Konfliktparteien vermittelt, haben sich Vertreter aus Washington und Teheran über ein Abkommen verständigt. «Wir können bestätigen, dass ein endgültiger, von allen Seiten abgestimmter Text des Friedensabkommens erreicht wurde», schrieb Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif auf X. Pakistan arbeite nun eng mit beiden Seiten zusammen, um die nächsten Schritte zu finalisieren.
US-Präsident Donald Trump hatte bereits am Donnerstag erneut Hoffnungen geweckt, dass es in den bislang zähen Bemühungen um ein Rahmenabkommen im Iran-Krieg einen Durchbruch geben könnte. Die Dokumente sollten in Kürze fertiggestellt und vielleicht schon an diesem Wochenende womöglich in Europa unterzeichnet werden. Ein hochrangiger US-Beamter machte am Freitag aber auch klar, dass noch immer nicht final feststehe, ob es wirklich dazukomme. Die meisten Verantwortlichen im Iran seien für eine Vereinbarung, «aber nicht alle».
Ein solches Rahmenabkommen würde zunächst vertiefte Verhandlungen um ein mögliches Ende des Kriegs nach sich ziehen.
Irans Außenminister: Abkommen zum Greifen nah
Irans Außenminister Abbas Araghtschi bestätigte, dass ein Abkommen zum Greifen nah sei. «Die Absichtserklärung von Islamabad stand noch nie so kurz vor dem Abschluss», schrieb er auf X. «Bis zur endgültigen Fertigstellung sollten sich die Medien mit Spekulationen über ihren Inhalt zurückhalten», fügte er jedoch hinzu. Einzelheiten würden der Öffentlichkeit zu gegebener Zeit mitgeteilt.
Ein Rahmenabkommen wäre ein wichtiger Meilenstein für ein Ende des Kriegs, den die USA und Israel am 28. Februar gegen den Iran begonnen hatten. Anfang April einigten sich die Staaten auf eine Waffenruhe. Es folgten Friedensgespräche in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Einen Durchbruch gab es damals jedoch nicht. Der Konflikt drohte zwischenzeitlich immer wieder neu zu eskalieren.
Zuletzt lagen die Positionen vor einem möglichen Rahmenabkommen deutlich auseinander. Streit gibt es unter anderem um Irans Atomprogramm, den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, den Krieg im Libanon, Sanktionen gegen den Iran und eingefrorene iranische Vermögen im Ausland.
Unterschiedliche Berichte über Details des Abkommens
In den Verhandlungen soll US-Kreisen zufolge ausgehandelt worden sein, dass die Straße von Hormus geöffnet und die US-Seeblockade iranischer Häfen aufgehoben werde. Die Vereinbarung führt laut einem hochrangigen US-Beamten zudem dazu, dass das iranische Atomprogramm zurückgebaut werden soll. «Drittens führt sie dazu, dass die Vereinigten Staaten das angereicherte Material erhalten. Wir treffen eine Vereinbarung, dass dieses Material vor Ort vernichtet und anschließend aus dem Land gebracht wird.»