Trump-Show endet: Fünf Lehren aus dem Republikaner-Parteitag
Autor: Franziska Spiecker und Jan Christoph Freybott, dpa
, Freitag, 11. Sept. 2026
Attacken gegen Demokraten, ungewöhnliche Wahlversprechen: Die Republikaner wollen das Momentum wieder auf ihre Seite holen. Beim Parteitag in Dallas zeigt sich, wo sie vor den Midterms stehen.
Zum Abschluss des Parteitags fordert US-Präsident Donald Trump die Menge auf, ihm nachzusprechen: «Wir schwören, dass wir am 3. November rausgehen und wählen werden», spricht er ihnen vor. Seine Anhänger gehorchen – und lachen.
Es ist der erste Parteitag der Republikaner vor Zwischenwahlen in den USA - und das Event in Dallas im Bundesstaat Texas endet in gelöster Stimmung. Doch die heiße Phase des Wahlkampfs ist eingeläutet. Was hat der Parteitag über die Strategie der Republikaner gezeigt? Und welche Probleme liegen knapp zwei Monate vor den wichtigen Midterms vor der Präsidentenpartei?
Fünf Lehren aus der Trump-Show in Texas.
1. Trump erklärt Midterms zu Abstimmung über sich selbst
Die zigfach mit Trump-Bildern dekorierten Wände der riesigen Veranstaltungshalle standen sinnbildlich für die Kern-Botschaft, die der 80-Jährige für seine Anhänger im Gepäck hatte: Die Zwischenwahlen sollen sich um ihn drehen. «Bitte tut so, als würde ich kandidieren», bittet der Präsident mehrfach.
Es ist der Versuch, seine Anhängerschaft auch dann zum Wählen zu mobilisieren, wenn er selbst de facto nicht auf dem Stimmzettel steht. Das Land ist gespalten wie vielleicht nie zuvor. Und Umfragen zufolge waren Demokraten jüngst motivierter, zur Wahl zu gehen, als Republikaner.
Der Versuch des US-Präsidenten, das durch prominentes Mitmischen im Wahlkampf zu ändern, ist politisch riskant: Die Mehrheit der Menschen im Land ist seit längerem unzufrieden mit Trump. Zeigen sich republikanische Kandidaten im Vorfeld der Zwischenwahlen an seiner Seite, laufen sie Gefahr, für seine Politik mitverantwortlich gemacht zu werden.
2. Republikaner setzen auf Mobilisierung mit Angst
Neben der Strahlkraft ihres Präsidenten stützen sich die Republikaner in Dallas vor allem auf ein Instrument zur Mobilisierung: Angst. Redner nach Redner skizzieren sie ein düsteres Bild der Zukunft ihres Landes, sollte die politische Opposition bei den Kongresswahlen erfolgreich sein. Die Demokraten von heute - so die Argumentation - seien nicht länger nur Vertreter einer linksliberalen Politik. Sie seien «radikal», «verrückt», «Kommunisten».