Waffenruhe im Libanon – Hoffnung auf Einigung im Iran-Krieg
Autor: dpa
, Freitag, 17. April 2026
Im Libanon gilt eine neue Waffenruhe, doch schon kurz nach Inkrafttreten meldet die Armee Verstöße durch Israel. Derweil weckt Trump Hoffnungen im Konflikt mit dem Iran. Gelingt ein Frieden?
Während im Libanon seit Mitternacht eine Waffenruhe zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz gilt, zeigt sich US-Präsident Donald Trump zuversichtlich über eine Einigung auch im Krieg mit Teheran. «Wir sind sehr nahe dran an einem Abkommen», sagte er Reportern vor dem Weißen Haus. Doch kaum trat die Feuerpause im Libanon in Kraft, warf Libanons Armee Israel Verstöße dagegen vor. Mehrere Dörfer im Süden seien beschossen worden, hieß es. Die zunächst für zehn Tage vereinbarte Waffenruhe verschafft den USA Luft, die Friedensgespräche mit dem Iran, dem wichtigsten Unterstützer der Hisbollah-Miliz, fortzusetzen.
Trump sagte, dass es eine zweite Gesprächsrunde zwischen den USA und dem Iran «vielleicht» an diesem Wochenende geben werde - eine Woche, nachdem eine erste Verhandlungsrunde in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu keiner Einigung über ein dauerhaftes Ende des Krieges geführt hatte. Sollte es nötig sein, werde er die noch bis Mittwoch dauernde Waffenruhe verlängern, sagte Trump. Bei einer Einigung erwägt er, persönlich zur Vertragsunterzeichnung nach Islamabad zu reisen.
Trump spricht von möglichem «historischen Tag»
Trump hatte die nun auch im Libanon geltende Waffenruhe nach Gesprächen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auf seiner Plattform Truth Social verkündet. Er werde beide zu einem Treffen im Weißen Haus einladen. «Das war vielleicht ein historischer Tag für den Libanon. Es geschehen gute Dinge!», schrieb Trump. Er hoffe, die Hisbollah verhalte sich «in dieser wichtigen Zeit» gut. «Es wäre ein großartiger Moment für sie, wenn sie es täten», schrieb er. Die Hisbollah ließ jedoch zunächst offen, ob sie sich an die Waffenruhe halten wird.
Jede Feuerpause müsse «umfassend für das gesamte libanesische Gebiet» gelten und dürfe keinerlei Truppenbewegungen Israels zulassen, forderte die Miliz. Ohne sie am Verhandlungstisch würde eine dauerhafte Vereinbarung in dem Konflikt nur schwer erreichbar sein, schrieb das «Wall Street Journal». UN-Generalsekretär António Guterres rief Israel und die Miliz auf, die Waffenruhe uneingeschränkt zu respektieren. Das teilte seine Sprecher in New York mit.
Jubel im Libanon
In der Hauptstadt Beirut schossen Menschen aus Freude über den offiziellen Beginn der Waffenruhe in die Luft. In den während des Krieges von Israels Armee schwer getroffenen südlichen Beiruter Vororten feierten Menschen auf den Straßen, wie Augenzeugen berichteten. Lokalen Medienberichten zufolge machten sich zahlreiche Menschen bereits auf in Richtung Süden des Landes - mehr als eine Million Menschen waren durch den Krieg vertrieben worden.
Der Iran begrüßte die Waffenruhe. Man habe das Thema in den Verhandlungen mit den USA immer wieder angesprochen, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, im Staatssender Irib. Der Krieg zwischen Israel und der von Teheran unterstützten Hisbollah-Miliz hatte die Mitte vergangener Woche in Kraft getretene Waffenruhe im Iran-Krieg sowie die anschließenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran belastet.
Iran wertet Feuerpause als Erfolg für sich
Ein ranghoher Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden wertete die Waffenruhe laut der Nachrichtenagentur Fars als einen Erfolg für die Schiitenmiliz und Teheran. «Die Feuerpause ist allein der standhaften Haltung der libanesischen Widerstandsbewegung der Hisbollah und der politischen Unterstützung Irans zu verdanken», sagte Ismail Ghani, Kommandeur der Al-Kuds-Brigaden, der Auslandseinheit der iranischen Elitestreitmacht.