Iran will Libanon zum Thema bei Friedensgesprächen machen
Autor: den dpa-Korrespondenten
, Freitag, 10. April 2026
Teheran droht mit Boykott der Friedensgespräche, solange Israel im Libanon angreift. Die humanitäre Lage der Menschen dort ist laut DRK verheerend. US-Präsident Donald Trump beschimpft den Iran.
Kurz vor Friedensgesprächen zum Iran-Krieg macht Teheran hinter den Kulissen Druck für eine Einbeziehung des Libanon in die aktuelle Waffenruhe. Die iranische Führung fordere Garantien, dass der Libanon Thema der Verhandlungen wird, hieß es aus gut informierten Kreisen in Teheran.
Israel greift bislang weiterhin Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon an. Diese feuerte ihrerseits am Morgen Geschosse auf Nordisrael ab. Auch deswegen blieb zunächst unklar, ob Teheran überhaupt die Verhandlungsführer zu den Gesprächen über eine dauerhafte Friedenslösung in die pakistanische Hauptstadt Islamabad schicken würde. Der iranischen Nachrichtenagentur Mehr zufolge finden keine Verhandlungen statt, solange Israel seine Angriffe auf den Libanon fortsetzt.
Scharfe Sicherheitsvorkehrungen in Islamabad
Unterdessen wurde die Sicherheit in Islamabad erhöht. Mehr als 10.000 Sicherheitskräfte, darunter Soldaten, Polizisten und paramilitärische Einheiten wurden Behördenvertretern zufolge in Islamabad stationiert. Das Regierungsviertel und die diplomatische Zone wurden abgeriegelt.
Aus Sicherheitskreisen in Pakistan hieß es, am Freitag seien Vorgespräche auf Expertenebene vorgesehen. Am Samstag sei ein Treffen der Verhandlungsführer angedacht. Die Gespräche könnten bei Bedarf demnach auch bis Sonntag andauern.
Für eine langfristige Beilegung des Konflikts müssten sich die Kriegsparteien in vielen strittigen Punkten einig werden, darunter auch Irans Atomprogramm und Teherans Entwicklung ballistischer Raketen.
DRK warnt vor humanitärer Katastrophe im Libanon
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnt vor einer humanitären Katastrophe im Libanon. «Zahlreiche Krankenhäuser sind aufgrund der vielen Verwundeten überfüllt und es droht ein Engpass von bestimmten Arzneimitteln und Materialien, insbesondere wenn die Angriffe anhalten sollten», sagte DRK-Präsident Hermann Gröhe der «Rheinischen Post».
In den vergangenen Tagen seien zunehmend dicht besiedelte Gebiete ohne ausreichende Vorwarnung unter Beschuss geraten, so Gröhe. Der bewaffnete Konflikt habe ein neues, nochmals verheerenderes Ausmaß erreicht.