Was von Trumps umstrittenem «Friedensrat» zu erwarten ist
Autor: Theresa Münch, Khang Mischke und Benedikt von Imhoff, dpa
, Donnerstag, 22. Januar 2026
Aserbaidschan und Bahrain, Ungarn und Indonesien: Eine interessante Mischung zeigt sich auf der Bühne in Davos. Worum geht es Trump?
Für Donald Trump geht es um den Weltfrieden - nicht mehr und nicht weniger: «Wir werden Frieden in der Welt haben – und das wird einfach großartig sein!», ruft der US-Präsident von der Bühne im Schweizer Alpenort Davos. Soeben hat er mit Vertretern von gut einem Dutzend Ländern die Gründung seines neuen «Friedensrats» besiegelt. Eine neue internationale Organisation, die auf Trump zugeschnitten ist und in der manche einen Frontalangriff auf die Vereinten Nationen sehen. Deutschland ist nicht dabei.
Wer unterzeichnet, ist dafür bezeichnend: Die alten Erzfeinde Aserbaidschan und Armenien, Bahrain und Pakistan, Jordanien und Indonesien. Aus der EU sind es nur Ungarn und Bulgarien - der geschäftsführende bulgarische Regierungschef Rossen Scheljaskow stellt jedoch umgehend im Staatsradio klar, dass das Parlament in Sofia noch über eine Beteiligung entscheiden müsse.
Einige der Mitglieder werden autoritär regiert. Wer fehlt, ist der große Rest aus Nato und EU sowie Japan, Südkorea oder Australien. Was also ist zu erwarten von Trumps «Friedensrat»?
«Die Charta ist nun in Kraft und der Friedensrat eine offizielle internationale Organisation», betont Trumps Sprecherin Karoline Leavitt. Zuvor hat sie die Unterzeichner, die wie Schuljungen brav auf ihren Auftritt gewartet hatten, nacheinander an einen Tisch zur Signatur gebeten.
Konkurrenz zu den Vereinten Nationen oder doch Kooperation?
Viele Analysten sehen in dem Pakt, dem womöglich auch Russland und das diktatorisch regierte Belarus beitreten, einen Angriff auf die UN. Zwar betont Trump, er schätze die Vereinten Nationen. Aber er kritisiert auch, die Organisation habe keine Konflikte gelöst - anders als er.
Der US-Präsident schielt schon lange auf den Friedensnobelpreis - und kritisierte Norwegen gerade erst scharf dafür, ihm die Auszeichnung zu verwehren. Dem norwegischen Regierungschef Jonas Gahr Støre schrieb Trump, er fühle sich deshalb nicht länger verpflichtet, «ausschließlich an den Frieden zu denken». Dabei vergibt nicht die norwegische Regierung den renommierten Nobelpreis, sondern ein unabhängiges Komitee.
In Davos behauptet Trump erneut, er habe acht Kriege beendet. Und er bringt überraschend eine Kooperation des neuen «Friedensrats» mit den UN ins Spiel. Das wäre doch großartig, meint er.