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Trump will neue Führung in Teheran
In einem Interview mit dem Nachrichtenportal «Politico» sagte Trump: «Es ist Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen.» Die Machthaber in Teheran stützten ihre Herrschaft auf Unterdrückung und Gewalt.
Zuvor hatte Chamenei den US-Präsidenten beschuldigt, er habe persönlich in die Unruhen eingegriffen und die «Aufständischen» ermutigt, weiterzumachen und keine Angst zu haben.
Ajatollah Chamenei ist seit Juni 1989 und damit seit fast 37 Jahren an der Macht als geistliches und politisches Oberhaupt der autoritär regierten Islamischen Republik.
Spekulationen über möglichen US-Angriff
Trumps Aussagen führten umgehend zu Spekulationen über weitere US-Schritte. Dan Shapiro, ehemaliger US-Botschafter in Israel, schrieb auf X, Trumps Worte bei «Politico» und Chameneis Provokationen gegenüber Trump auf X ließen ihn vermuten, «dass Trump diese Woche versuchen wird, den obersten Führer zu töten». Der in der Region erwartete Flugzeugträgerverband würde es den USA erleichtern, Angriffe durchzuführen und sich auf Gegenschläge vorzubereiten.
Der Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» und Begleitschiffe sind US-Medienberichten zufolge auf dem Weg in die Region. Auch würden zusätzliche Kampfjets und Raketenabwehrsysteme dorthin verlegt. Beamte in der Region hielten einen Angriff weiterhin für möglich, schrieb das «Wall Street Journal».
Iran-Experten warnen Trump vor einer gezielten Tötung Chameneis. So schrieb der israelische Iran-Kenner Danny Citrinowicz auf X, es sei außerordentlich gefährlich, hochrangige Führer im Nahen Osten – insbesondere religiöse Führer – ins Visier zu nehmen. Chamenei sei nicht nur eine politische Autorität, sondern auch ein religiöses Symbol und ideologischer Anker der Islamischen Republik. Ein Angriff auf ihn hätte weitreichendere Konsequenzen als eine konventionelle Militäroperation.
Die Vereinigten Staaten wären nicht in der Lage, einen gefügigen Führer in Teheran zu installieren, argumentiert Citrinowicz. Sie hätten gleichzeitig Mühe, radikale Elemente – insbesondere die Islamische Revolutionsgarde – daran zu hindern, die Kontrolle über den Staat zu übernehmen.
Die Proteste hatten Ende Dezember wegen der schweren Wirtschaftskrise und hoher Inflation begonnen. Rasch entwickelten sie sich zu landesweiten Demonstrationen gegen das politische System. Sicherheitskräfte gingen nach Angaben von Aktivisten äußerst brutal dagegen vor.