Trump entlässt umstrittene Heimatschutzministerin Noem
Autor: Jan Christoph Freybott, Khang Mischke, Johanna Hänsel und Franziska Spiecker, dpa
, Donnerstag, 05. März 2026
Sie galt als loyale Unterstützerin von Trump, zuletzt jedoch kühlte das Verhältnis zwischen beiden immer weiter ab. Nun hat der US-Präsident die Reißleine gezogen.
US-Präsident Donald Trump hat seine umstrittene Heimatschutzministerin Kristi Noem entlassen. Mit Wirkung zum 31. März solle der Senator des Bundesstaates Oklahoma, Markwayne Mullin, das für Einwanderungs- und Grenzschutzbehörden zuständige Ressort führen, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit.
Noem ist damit die erste Ministerin aus der aktuellen US-Regierung, die ihren Hut nehmen muss. Sie war unter anderem wegen der rigorosen Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE, ihrer öffentlichen Darstellung und einer millionenschweren Werbekampagne in Bedrängnis geraten.
Die Republikanerin soll nun den Posten der Sondergesandten für den «Schild Amerikas», einer neuen Sicherheitsinitiative für die westliche Hemisphäre, übernehmen, wie Trump weiter bekannt gab. Er dankte Noem für ihren Einsatz. Mit westlicher Hemisphäre ist zumeist der Doppelkontinent Amerika gemeint.
Mullin erfuhr erst kurz zuvor von seinem neuen Posten
Trump zufolge war Mullin zehn Jahre lang Mitglied des US-Repräsentantenhauses und drei Jahre Senator. «Markwayne wird ein hervorragender Heimatschutzminister», kündigte der Präsident an. Er solle sich für die Sicherheit an den Grenzen einsetzen und gegen die Kriminalität durch Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung vorgehen.
In einem kurzen Statement sagte Mullin, er habe erst kurz vor Noems Entlassung den Anruf des Präsidenten erhalten. «Ein kleiner Junge aus West Oklahoma wird im Kabinett des Präsidenten dienen. Das ist ziemlich ordentlich», sagte Mullin. Er sei Republikaner und konservativ, gehe aber mit dem Anspruch ins Kabinett, alle hinter sich zu vereinen.
Einst Trumps Wunschkandidatin
Noem - einst Trumps Wunschkandidatin für den Posten - war zuvor Gouverneurin von South Dakota und hatte sich vor allem als überzeugte Unterstützerin des Republikaners einen Namen gemacht. Noch vor ihrer Ernennung zur Ministerin bezeichnete sie die Situation an der Südgrenze der USA zu Mexiko als «Kriegsgebiet».
Zeitweise im Gespräch als Trumps Vize, bescherten ihre Memoiren ihr negative Schlagzeilen: Darin beschrieb Noem, wie sie ihre junge Hündin Cricket erschoss, weil diese sich nicht zum Jagdhund eignete. Später erklärte sie, dies zeige ihre Bereitschaft zu harten Entscheidungen.