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Trump macht nach Merz-Streit Drohung wahr: Teilabzug von US-Truppen aus Deutschland
Autor: Agentur dpa, Redaktion
Washington, Samstag, 02. Mai 2026
Nachdem er bereits damit gedroht hatte, kündigt US-Präsident Trump nun den Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland an.
Update vom 2. Mai 2026: 5.000 US-Soldaten sollen aus Deutschland abgezogen werden
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat den Rückzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland angeordnet. Es wird angenommen, dass dieser Rückzug innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate abgeschlossen sein wird, teilte ein Sprecher des Pentagons der Deutschen Presse-Agentur mit. Derzeit sind etwa 39.000 Soldaten in Deutschland stationiert.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) betonte die weiterhin bestehenden gemeinsamen Interessen. Bei Fachpolitikern im Bundestag stieß die US-Ankündigung auf Kritik. Pistorius bemühte sich um Entspannung. "Die Präsenz amerikanischer Soldaten in Europa und besonders in Deutschland liegt in unserem Interesse und im Interesse der USA", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
Trump will 5.000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen
Gleichzeitig machte Pistorius deutlich, dass die Entscheidung nicht unerwartet kam. Es sei klar, dass die NATO europäischer werden müsse, um transatlantisch bleiben zu können. "Wir Europäer müssen mehr Verantwortung für unsere Sicherheit übernehmen", sagte Pistorius. Deutschland sei dabei auf einem guten Weg. Das US-Verteidigungsministerium stellte klar, dass die Abzugsentscheidung das Ergebnis einer Überprüfung der US-Truppenpräsenz in Europa ist. Sie berücksichtigt die Anforderungen der Einsatzgebiete sowie die Bedingungen vor Ort.
US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich angekündigt, einen solchen Schritt zu erwägen. Zuvor hatte er Kanzler Friedrich Merz (CDU) kritisiert, nachdem dieser sich kritisch zum US-Krieg gegen den Iran geäußert hatte. In Europa gibt es seit Jahrzehnten zahlreiche große US-Militärstützpunkte. Bei Einsätzen der Amerikaner, beispielsweise im Nahen Osten, sind sie von großer Bedeutung. In Deutschland zählen dazu das US-Oberkommando für Europa in Stuttgart und als Drehkreuz der US-Luftwaffe der Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz.
Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April 86.000 Soldaten in Europa stationiert – davon 39.000 in Deutschland. Die Zahl verändert sich regelmäßig, auch aufgrund von Rotationen und Übungen. Die Zahl von 5.000 Soldaten wird daher nicht als besonders gravierend angesehen. Laut einem Bericht der New York Times unter Berufung auf Quellen im US-Verteidigungsministerium ist nicht geplant, im rheinland-pfälzischen Landstuhl oder anderen medizinischen Einrichtungen für US-Streitkräfte unmittelbar Personal abzubauen.
"Kein Grund zur Panik, aber ein weiterer Weckruf"
Die NATO bemühte sich um mehr Klarheit. "Wir arbeiten mit den USA zusammen, um die Details ihrer Entscheidung zur Truppenpräsenz in Deutschland zu klären", teilte eine Sprecherin auf der Plattform X mit. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU), sagte der Rheinischen Post, ein möglicher Truppenabzug in dieser Größenordnung sei "kein Grund zur Panik, aber ein weiterer Weckruf". Er betonte: "Sicherheitspartnerschaft ist kein Geschäft und die NATO kein Basar. Deshalb sind die ständigen Provokationen des amerikanischen Präsidenten inakzeptabel."
SPD-Fraktionsvize Siemtje Möller sagte der Welt am Sonntag, von der Truppenpräsenz in Deutschland profitierten die USA erheblich. Vor diesem Hintergrund sei die Ankündigung des Teilabzugs "strategielos". Grünen-Chefin Franziska Brantner sagte dem Nachrichtenportal t-online, die Ankündigung zeige, "wie gefährlich es ist, sich in Verteidigungsfragen auf Trump zu verlassen". Statt klarer Antworten liefere Merz jedoch "nur ein Hin und Her und ein Zögern – sowohl gegenüber Washington als auch in Europa".
Linke-Fraktionschef Sören Pellmann sagte der Welt am Sonntag mit Blick auf die US-Basen: "Von deutschem Boden aus werden Militäreinsätze geführt, die mit dem Friedensgebot des Grundgesetzes nicht vereinbar sind. Jeder Soldat, der Deutschland verlässt, ist deshalb ein Schritt in die richtige Richtung."
Bestrafungsaktion für Merz? CDU-Abgeordneter verneint - "sind längerfristige Pläne"
Der AfD-Verteidigungspolitiker Jan Nolte sagte der Zeitung: "Das ist eher ein symbolischer Schritt, der nichts an der Abschreckungsfähigkeit der NATO in Europa ändert." Der CDU-Abgeordnete Peter Beyer sagte der Rheinischen Post, dies jetzt als eine Art Bestrafungsaktion gegen Deutschland oder gar gegen Merz zu bewerten, sei völlig falsch. "Das sind längerfristige Pläne." Merz und Trump pflegten monatelang ein recht gutes Verhältnis.
Mit Blick auf den Iran-Krieg schlug der Kanzler jedoch öffentlich zunehmend kritische Töne an. Bei einer Diskussion mit Schülern sagte er kürzlich, die USA könnten den Krieg nicht schnell beenden, "weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben". Trump attackierte Merz danach persönlich: "Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!", schrieb er auf Truth Social.
Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) mit einer Verringerung des Truppenkontingents in Deutschland gedroht. Sein damaliger Verteidigungsminister kündigte einige Monate vor Trumps Amtsende an, 12.000 der damals 35.000 US-Soldaten abzuziehen. Trump beschrieb das Vorhaben als Strafaktion für aus seiner Sicht unzureichende deutsche Militärausgaben. Sein Nachfolger Joe Biden stoppte die Pläne dann nach seinem Amtsantritt. In seiner zweiten Amtszeit hatte Trump Deutschland zunächst Hoffnung gemacht, die stationierten US-Soldaten in bisheriger Stärke zu belassen.
Erstmeldung vom 30. April 2026: Merz "hat keine Ahnung": Trump droht Deutschland mit militärischer Maßnahme
Die Vereinigten Staaten erwägen laut Präsident Donald Trump eine mögliche Verringerung ihrer Truppenstärke in Deutschland. Eine Entscheidung solle in Kürze getroffen werden, äußerte er auf seiner Plattform Truth Social. Diese Ankündigung folgt auf Trumps scharfe Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz, nachdem dieser sich kritisch zur US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte.
"Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!", schrieb Trump am Dienstag auf Truth Social in Bezug auf den CDU-Vorsitzenden. Es sei kein Wunder, "dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!". Trump warf dem Kanzler vor, mit der Vorstellung einverstanden zu sein, dass der Iran Atomwaffen besitzt.
US-Truppenabzug durch Trump? Tausende Arbeitsplätze in Bayern bedroht
Bereits in seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) hatte Trump mit einer Reduzierung des Truppenkontingents in Deutschland gedroht. Damals, einige Monate vor seinem Ausscheiden aus dem Weißen Haus, hatte er angekündigt, 12.000 der damals rund 35.000 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Mehrere Tausend davon sollten innerhalb Europas verlegt werden, andere in die USA zurückkehren. Trump beschrieb das Vorhaben damals als Strafe für die aus seiner Sicht unzureichenden deutschen Militärausgaben. Sein Nachfolger Joe Biden stoppte die Pläne nach seinem Amtsantritt.
Derzeit sind laut Angaben des US-Militärs von Mitte April rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert - davon etwa 39.000 in Deutschland. Die Zahl verändert sich regelmäßig, auch aufgrund von Rotationen und Übungen. Die US-Truppen wurden während des Kalten Krieges als Sicherheitsgarant für die Bundesrepublik angesehen und sind zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Regionen rund um die Stützpunkte geworden. Tausende lokale Arbeitskräfte werden vom US-Militär beschäftigt, und vor allem in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern hängen Tausende weitere Arbeitsplätze von den US-Truppen ab.
Allein der riesige Luftwaffenstützpunkt Ramstein bei Kaiserslautern, der die größte US-Militärgemeinde außerhalb der Vereinigten Staaten beherbergt, generiert Schätzungen zufolge jedes Jahr Hunderte Millionen Euro an Löhnen, Gehältern, Mieten und Aufträgen in der regionalen Wirtschaft. In der Nähe des Stützpunkts entsteht derzeit das größte US-Militärkrankenhaus außerhalb der USA.
Bei Merz-Besuch im Vorjahr sprach Trump noch ganz anders
In Europa existieren seit Jahrzehnten zahlreiche große US-Militärstützpunkte, die für die weltweiten Einsätze der Amerikaner – beispielsweise im Nahen Osten – von großer Bedeutung sind. Sie dienen der Stationierung von Truppen, Waffen, Schiffen und Flugzeugen, Drohnen werden von dort aus gesteuert und auch Verletzte versorgt. In Deutschland gibt es neben dem Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz beispielsweise das US-Oberkommando für Europa (EUCOM) in Stuttgart. Der US-Kongress beschloss Ende 2025 einen Sicherheitsmechanismus, demzufolge die Gesamtzahl der Streitkräfte, die dauerhaft im Zuständigkeitsbereich des Europa-Kommandos sind, nicht länger als 45 Tage unter 76.000 liegen darf. Danach müssten bestimmte Berichtswege eingehalten werden, um eine Verringerung anzustreben.
Noch im März hatte Trump dem Bundeskanzler nach dessen Angaben zugesagt, dass die USA an ihrer Truppenpräsenz in Deutschland festhalten wollten. "Das ist eine gute Nachricht, die ich aber auch anders nicht erwartet habe", sagte der CDU-Vorsitzende in Washington nach einem Treffen mit Trump. Angesichts der kritischen Grundhaltung Trumps gegenüber den Europäern als langjährigen Verbündeten wurde zuvor spekuliert, dass der Präsident US-Soldaten auch aus Deutschland abziehen könnte. Ob Trump zusagte, dass das US-Kontingent auch in voller Truppenstärke erhalten bleibe, sagte Merz nicht.
Im Sommer des vergangenen Jahres - bei einem früheren Besuch des Kanzlers in Washington - machte Trump Deutschland Hoffnung, die Zahl der dort stationierten US-Soldaten nicht zu reduzieren. Auf die Frage einer Reporterin, ob er die US-Truppen in Deutschland belassen werde, antwortete er: "Ja, wir werden darüber reden." Wenn Deutschland die amerikanischen Soldaten dort haben wolle, sei er dazu bereit. "Ja, das werden wir tun. Das ist kein Problem."
Bundeskanzler kritisierte Trump öffentlich - "offensichtlich keine überzeugende Strategie"
Legt man Trumps jüngste Äußerungen zugrunde, scheint das persönliche Verhältnis zu Merz an einem Tiefpunkt angelangt zu sein. Merz trat diesem Eindruck am Mittwoch entgegen. "Das persönliche Verhältnis zwischen dem amerikanischen Präsidenten und mir ist – jedenfalls aus meiner Sicht – unverändert gut", sagte er. "Wir sind nach wie vor in guten Gesprächen miteinander." Über Monate hinweg pflegten der Bundeskanzler und der US-Präsident ein recht gutes Verhältnis zueinander.
Zuletzt stimmte Merz allerdings einen neuen Ton an und kritisierte die Regierung in Washington öffentlich. So warf er ihr vor, keine Exit-Strategie für den Iran-Krieg zu haben. "Weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben", sagte er bei einer Diskussion mit Schülern in Marsberg im Sauerland. "Das Problem bei solchen Konflikten ist immer: Da muss man ja nicht nur rein, da muss man auch wieder raus. Das haben wir ganz schmerzhaft bei Afghanistan gesehen, 20 Jahre lang. Wir haben das im Irak gesehen", führte der Bundeskanzler weiter aus.
Die Amerikaner seien im Iran "ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen". Deshalb sei es umso schwerer, den Konflikt nun wieder zu beenden. "Zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln – oder eben sehr geschickt nicht verhandeln", fügte Merz hinzu. "Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung." Merz ist nicht der erste europäische Spitzenpolitiker, den Trump massiv attackiert. So sind auch der britische Premierminister Keir Starmer und der französische Präsident Emmanuel Macron bei dem Republikaner in Ungnade gefallen. Zuletzt kam es nach der Kritik des US-Präsidenten am Papst sogar zu Spannungen zwischen ihm und der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.
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