Nato-Staaten stemmen sich gegen Einsatz vor Irans Küste
Autor: dpa
, Montag, 16. März 2026
Könnte die Nato dabei helfen, die Straße von Hormus gegen iranische Attacken zu sichern? US-Präsident Donald Trump ist dieser Meinung, doch seine Alliierten zögern.
Deutschland und wichtige Verbündete lehnen Forderungen von US-Präsident Donald Trump ab, auch Kriegsschiffe anderer Nato-Staaten zum Schutz von Öltankern in die umkämpfte Straße von Hormus zu schicken. Bundeskanzler Friedrich Merz kritisierte auch den Umgang von Trump mit den Verbündeten. Der Iran-Krieg sei keine Angelegenheit der Nato, sagte der CDU-Vorsitzende in Berlin. Die Nato sei ein Verteidigungsbündnis und kein Interventionsbündnis. «Deswegen wünsche ich mir, dass wir auch mit dem notwendigen Respekt im Bündnis hier miteinander umgehen.»
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte davor gesagt: «Es ist nicht unser Krieg, wir haben ihn nicht begonnen. Wir wollen diplomatische Lösungen und ein schnelles Ende, aber weitere Kriegsschiffe in der Region tragen dazu im Zweifel nicht bei.» Auch Außenminister Johann Wadephul (CDU) sagte, die Allianz sei nicht zuständig für den Schutz des Schiffsverkehrs in der Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel.
US-Präsident macht Druck auf Nato-Partner
Trump hatte die Verbündeten in dem Militärbündnis zuvor mit konfrontativen Worten zur Unterstützung bei der Sicherung von Öltransporten in der Straße von Hormus aufgefordert. Die Nato werde vor einer düsteren Zukunft stehen, sollten die Partner dabei nicht helfen, sagte er der «Financial Times».
Später legte er nach: «Ich denke, sie (die Nato-Staaten) werden dabei sein, ja, vielleicht, aber ich denke, sie sollten enthusiastisch dabei sein», sagte er in Washington und machte deutlich, dass er das Engagement als eine Art Gegenleistung versteht: «Wir haben diese Länder mit der Nato über Jahre geschützt, denn die Nato, das sind wir. Sie können Putin fragen.» Russland fürchte nur die USA und habe überhaupt keine Angst vor Europa.
Der Schiffsverkehr in der Meerenge, eine zentrale Route für den Öl- und Gastransport, ist wegen der Angriffe Israels und der USA auf den Iran und dessen Gegenschlägen in der Region quasi zum Erliegen gekommen. Seither ist der Ölpreis stark gestiegen, auch die Freigabe von Ölreserven durch führende Industriestaaten konnte ihn nicht bremsen.
«Das wird keine Nato-Mission sein»
Auch ein Nato-Sprecher reagierte zurückhaltend zu den Forderungen Trumps nach einem Bündniseinsatz. Alliierte hätten bereits zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen im Mittelmeer ergriffen. Es sei zudem bekannt, dass einzelne Alliierte mit den USA und anderen darüber sprächen, was sie darüber hinaus tun könnten.
Der britische Premierminister Keir Starmer sagte, gefragt sei nicht die Nato, sondern ein Bündnis aus den USA, Europäern und Partnern am Golf. «Das wird keine Nato-Mission sein und war auch nie als eine solche vorgesehen.» Spaniens Verteidigungsministerin Margarita Robles sagte, ihre Regierung ziehe eine Beteiligung nicht in Betracht. Vielmehr müsse der Krieg beendet werden, denn dieser sei sinnlos und illegal.