Trump dämpft Hoffnung auf schnellen Iran-Deal
Autor: dpa
, Montag, 25. Mai 2026
Wochenlang bestand Donald Trump darauf, dass der Iran schnell Zugeständnisse machen müsse - sonst drohe ein erneuter Angriff. Nun sagt er, man dürfe nichts überstürzen. Gelingt ein Ende des Krieges?
US-Präsident Donald Trump hat Hoffnungen auf ein schnelles Abkommen zur Beendigung des Iran-Krieges gedämpft. «Die Verhandlungen verlaufen geordnet und konstruktiv, und ich habe meine Vertreter angewiesen, beim Deal nichts zu überstürzen, da die Zeit auf unserer Seite ist», schrieb er auf der Plattform Truth Social. Beide Seiten müssten sich Zeit nehmen. «Es darf keine Fehler geben!»
Vor einer Woche hatte Trump noch Druck auf Teheran ausgeübt - und an gleicher Stelle geschrieben: «Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben.»
Die Hoffnung auf ein Friedensabkommen ließ die Ölpreise dennoch zum Wochenstart sinken. An Asiens Leitbörse in Tokio stieg der Nikkei-Index im frühen Handel erstmals über die Marke von 65.000 Punkten. Ob die Entscheider in Washington und Teheran tatsächlich auf eine Vereinbarung zusteuern, ist jedoch weiterhin unklar. Nach einem schnellen Durchbruch sieht es nicht aus.
Berichte: Atomfrage weiterhin ungeklärt
Am Samstag hatte Trump erklärt, dass ein Rahmenabkommen «weitgehend» ausgehandelt sei. «Die letzten Aspekte und Details des Abkommens werden derzeit besprochen und sollen in Kürze bekanntgegeben werden», schrieb er.
US-Medien berichteten danach unter Berufung auf einen ranghohen Beamten des Weißen Hauses, eine Zustimmung der iranischen Führung zu einem Rahmenabkommen könnte mehrere Tage dauern. Man sei optimistisch, das Ganze könne aber auch noch scheitern. Wichtige Punkte wie die Frage, ob der Iran sein Atomprogramm dauerhaft abbauen wird, sind demnach weiterhin ungeklärt.
Das Abkommen würde die für den globalen Ölhandel wichtige Straße von Hormus wieder öffnen und den Iran zur Entsorgung seines hochangereicherten Urans verpflichten, zitierte die «New York Times» den US-Beamten. Wie Teheran dies bewerkstelligen soll, werde jedoch noch verhandelt, hieß es.
«Es fühlt sich wie ein Durchbruch an, aber einige dieser Punkte haben wir schon einmal gesehen, und sie scheiterten immer, sobald es um konkurrierende Interpretationen der Details ging», sagte Rory Johnston, Gründer des Ölforschungsunternehmens Commodity Context, dem «Wall Street Journal».