Putin wirft Kiew Angriff auf Residenz vor - Selenskyj: Lüge
Autor: Ulf Mauder und Anna Ringle, dpa
, Montag, 29. Dezember 2025
Kremlchef Putin will seine Position bei den Verhandlungen über ein Kriegsende prüfen. Darüber und über einen angeblichen Angriff Kiews auf seine Residenz hat er auch US-Präsident Trump informiert.
Der russische Präsident Wladimir Putin will seine Position bei den Verhandlungen mit US-Präsident Donald Trump über ein Kriegsende in der Ukraine nach Kremlangaben wegen eines angeblichen Terroranschlags Kiews überarbeiten. Der Kremlchef habe Trump darüber bei einem Telefonat informiert, nachdem es einen versuchten Drohnenangriff der Ukraine gegen seine Präsidentenresidenz im Gebiet Nowgorod gegeben habe, sagte Putins außenpolitischer Berater, Juri Uschakow. Der Kreml hoffe auf Verständnis der USA, dass Russland nun seine Position bei den Verhandlungen überdenke.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies die Anschuldigungen Russlands, die Ukraine habe Putins Residenz angegriffen, gleich in mehreren Posts in den sozialen Netzwerken als Lüge zurück.
Laut russischen Medien handelt es sich um Putins Waldai-Residenz, die im Gebiet Nowgorod zwischen Moskau und St. Petersburg liegt. Dort soll Putin oft seine Wochenenden mit der Familie verbringen. Sein Privatleben aber hütet der Kreml wie ein Staatsgeheimnis. Uschakow nannte weder den Namen der Residenz noch machte er Angaben dazu, ob sich Putin dort aufgehalten hatte in der Nacht zum Montag.
Für den russischen Präsidenten stehen in vielen Teilen des flächenmäßig größten Landes der Erde Residenzen zur Verfügung. Außerhalb Moskaus hält sich Putin etwa immer wieder auch in St. Petersburg auf und in Sotschi am Schwarzen Meer.
Angeblich 91 Drohnen auf dem Weg zur Residenz zerstört
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte zuerst am Montag den versuchten «Terroranschlag» öffentlich gemacht. Er sprach von 91 ukrainischen Drohnen mit größerer Reichweite, die Russlands Flugabwehr abgeschossen habe. Über Schäden oder Verletzte war nach Darstellung Lawrows nichts bekannt. Lawrow kündigte aber auch Vergeltungsschläge Moskaus in Kiew an. Details nannte er nicht.
Das russische Verteidigungsministerium teilte am Abend mit, dass die Drohnen über den Gebieten Brjansk, Smolensk und Nowgorod «neutralisiert» worden seien. Die Angaben waren von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.
Trump sei «schockiert» gewesen von den Schilderungen Putins, behauptete Uschakow. «Angesichts des von Kiew ausgeübten Staatsterrorismus kann die russische Seite nicht anders handeln», betonte er mit Blick auf die Erklärung, dass Russland nun seine Position bei den Friedensverhandlungen auf den Prüfstand stelle. «Dies wurde sehr deutlich zum Ausdruck gebracht», sagte Uschakow. Zugleich habe Putin betont, «dass die russische Seite weiterhin eng und fruchtbar mit den amerikanischen Partnern zusammenarbeiten will, um Wege zum Frieden zu finden».