Treffen USA-Iran in Doha? - Streit um Straße von Hormus
Autor: Lars Nicolaysen, dpa
, Dienstag, 30. Juni 2026
Jüngste Angriffe zwischen den USA und dem Iran schüren die Sorge vor einem Neubeginn des Kriegs. Beide wollen nach US-Angaben nun wieder reden. Warum es dabei erneut um die Meerenge gehen dürfte.
Nach der jüngsten militärischen Eskalation in der Straße von Hormus könnte es heute in Katar zu Krisengesprächen zwischen Vertretern der USA und dem Iran kommen. «Der Iran hat um ein Treffen gebeten», schrieb US-Präsident Donald Trump auf der Plattform Truth Social. Von iranischer Seite klang das allerdings anders. Eine Gesprächsrunde werde stattfinden, «sobald die Voraussetzungen geschaffen sind und Einigkeit über Termin und Veranstaltungsort erzielt wurde», sagte Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi laut iranischer Nachrichtenagentur Isna. Reine Verhandlungstaktik?
Technische Sitzungen der Arbeitsgruppen seien diese Woche nicht geplant, sagte Gharibabadi, Konsultationen über Vermittler würden aber fortgesetzt. Laut Trumps Sprecherin Karoline Leavitt werden jedenfalls dessen Schwiegersohn, Jared Kushner, und der US-Sondergesandte Steve Witkoff, diese Woche für Gespräche in die katarische Hauptstadt Doha fliegen. Sollten sie stattfinden - ob nun heute oder an einem anderen Tag - wird laut US-Medien dabei nicht - wie zunächst erwartet - Irans Atomprogramm im Mittelpunkt stehen, sondern einmal mehr der Streit um die Straße von Hormus.
War der Streit um die Meerenge nicht beigelegt?
Die Wiederöffnung der für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Straße von Hormus ist ein zentrales Element des Rahmenabkommens, auf das sich Washington und Teheran vor rund zwei Wochen verständigt hatten. Doch der entsprechende Passus in dem Abkommen enthält Formulierungen, die Interpretationsspielraum lassen. Nach der Unterzeichnung werde der Iran nach «besten Kräften Vorkehrungen treffen», um Handelsschiffen für 60 Tage gebührenfrei eine sichere Durchfahrt durch die Meerenge zu ermöglichen, heißt es in dem Rahmenabkommen unter anderem.
Die Begriffe «Vorkehrungen» und «besten Kräften» blieben undefiniert, hält die Denkfabrik «The Soufan Center» fest. Experten würden den Artikel jedoch nicht so interpretieren, als dass er die Position des Irans rechtfertige, wonach Schiffe die Meerenge nur auf von Teheran festgelegte Routen durchqueren sollen.
Das Rahmenabkommen habe «bewusst auf flexible Formulierungen gesetzt, weil dies wahrscheinlich der einzige Weg war, sie (die Verhandlungen) zum Abschluss zu bringen», sagte Nicole Grajewski von der Pariser Elitehochschule Sciences Po der «New York Times». Beide Seiten versuchten nun, Fakten zu ihren Gunsten zu schaffen, bevor die Details in einer finalen Vereinbarung festgelegt werden.
Warum riskieren die Iraner den Bruch der Waffenruhe?
Dass der Iran während der ohnehin wackeligen Waffenruhe auf der alleinigen Kontrolle über die Meerenge beharrt, hat laut Experten strategische Gründe:
1. Maximaler Druck auf die USA in den Friedensverhandlungen