Tödliches Virus: Darum kommt ein Ebola-Patient jetzt nach Deutschland
Autor: Agentur dpa
Berlin, Dienstag, 19. Mai 2026
Bereits über 100 Todesopfer forderte ein Ebola-Ausbruch in Afrika. Nun soll ein Infizierter nach Deutschland geflogen werden.
Update vom 19.05.2026, 09.20 Uhr: Ebola-Ausbruch - infizierter US-Bürger wird nach Deutschland geflogen
Ein mit dem Ebolavirus infizierter US-Amerikaner soll nach US-Angaben in Deutschland behandelt werden. Er habe in der Demokratischen Republik Kongo gearbeitet und sei am Wochenende positiv getestet worden, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC mit. Wegen der kürzeren Flugzeiten und der Erfahrungen bei der Versorgung von Ebola-Patienten werde der Infizierte nach Deutschland verlegt - ebenso wie sechs Kontaktpersonen mit hohem Ansteckungsrisiko. Zu ihrer Nationalität wurden keine Angaben gemacht. Zum genauen Behandlungsort in Deutschland gab es ebenfalls keine Informationen.
US-Medien zufolge soll es sich bei dem Infizierten um einen Arzt handeln. Eine christliche Missions-Organisation teilte mit, dass sich ein US-amerikanischer Mediziner beim Behandeln in einem Krankenhaus im Kongo infiziert habe.
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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen eines Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Verantwortlich ist eine seltene Virusvariante, für die es keinen Impfstoff gibt. Die Ausbreitungsgefahr für die gesamte Region gilt als hoch. Der Ausbruch begann nach Angaben der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC vermutlich in der dritten Aprilwoche, wurde aber erst Anfang Mai gemeldet.
Update vom 18.05.2026, 12.30 Uhr: Extrem tödliches Virus grassiert in Afrika - mögliche Gefahr für Deutschland?
Die Sorge ist groß, doch: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sieht nach dem schweren Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo derzeit keinen Handlungsbedarf in Deutschland.
In der Bundesrepublik ist das Risiko "als äußerst gering einzuschätzen", sagte die CDU-Politikerin im ARD-"Bericht aus Berlin". "Im Land braucht es derzeit keine Vorkehrungen." Eine weltweite Ebola-Pandemie halte sie für "nahezu ausgeschlossen".
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte wegen eines tödlichen Ebola-Ausbruchs einen internationalen Gesundheitsalarm ausgerufen. Die seltene Bundibugyo-Variante des Virus, für die es weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt, macht die Lage besonders schwer einzudämmen. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC sprach zuletzt von 336 Verdachtsfällen und 88 Todesfällen – einen davon im angrenzenden Uganda.
Warken sagte, die internationale Gesundheitsnotlage solle vor allem die Behörden in den betroffenen Regionen unterstützen und Maßnahmen zur Eindämmung erleichtern. Zugleich betonte sie, es handle sich um ein örtlich begrenztes Geschehen. "Es ist aus meiner Sicht nahezu ausgeschlossen, dass es jetzt noch weitere Warnstufen geben muss."