Tödliche Auseinandersetzung im Westjordanland mit Folgen
Autor: dpa
, Freitag, 24. Juli 2026
Bei bewaffneten Konfrontationen im Westjordanland gibt es Tote und Verletzte. Die israelische Armee und palästinensische Behörden stellen den Hergang unterschiedlich dar. Die Lage ist explosiv.
Ein bewaffneter Zwischenfall im Westjordanland mit mindestens sieben Toten verschärft die Spannungen zwischen Israel und Palästinensern. Die israelische Armee bereitet sich nach eigenen Angaben als Konsequenz auf eine groß angelegte Militäroperation in dem besetzten palästinensischen Gebiet vor. Sie verhängte außerdem eine Ausgangssperre.
Der Ankündigung waren Gespräche von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit Verteidigungsminister Israel Katz, Generalstabschef Ejal Zamir und Geheimdienstchef David Zini vorausgegangen. In einer gemeinsamen Erklärung von Netanjahu und Katz hieß es, das Haus eines palästinensischen «Terroristen» werde abgerissen. In Dörfern, die als «Terrorzentren» dienten, solle es «durchgreifende Maßnahmen» geben, wie die Beschlagnahmung von Waffen, den Entzug von Arbeitserlaubnissen. Die Armeepräsenz im Westjordanland werde erhöht. Zudem solle die Legalisierung bestehender und neuer Siedler-Außenposten beschleunigt werden.
In Israel hat der Wahlkampf vor der Parlamentswahl Ende Oktober begonnen. Das Thema Sicherheit spielt dabei eine zentrale Rolle.
Palästinenser fordern internationale Hilfe gegen Siedlergewalt
Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg noch einmal verschärft. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden im Westjordanland seitdem rund 1.100 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und eigenen Anschlägen getötet. Aber auch die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser hat zugenommen.
Das palästinensische Außenministerium erklärte, die Eskalation von «Siedler-Terrorismus» sei eine direkte Folge des Schutzes, des politischen Rückhalts und einer vollständigen Straffreiheit, die Regierung und Armee gewährten.
Das Außenministerium rief die internationale Gemeinschaft auf, Maßnahmen gegen die Gewalt israelischer Siedler zu ergreifen, wie beispielsweise Sanktionen gegen Siedlungen und Siedleraktivisten sowie einen Boykott von Waren aus den Siedlungen.
Widersprüchliche Angaben zum Tathergang
Zu dem jüngsten bewaffneten Zwischenfall widersprachen sich die Darstellungen der israelischen Armee und der palästinensischen Behörden.