Sudan-Konferenz macht Druck für Ende der humanitären Krise
Autor: Eva Krafczyk und Jörg Blank, dpa
, Mittwoch, 15. April 2026
Seit drei Jahren tobt der Bürgerkrieg im Sudan - vor allem Kinder und Frauen leiden. In Berlin gibt es Zusagen für knapp 1,5 Milliarden Euro Hilfsgelder. Und Rufe nach einer sofortigen Waffenruhe.
Spitzenvertreter der UN, Europas, Afrikas und der USA erhöhen drei Jahre nach Beginn des blutigen Bürgerkriegs im Sudan den Druck für ein Ende des Konflikts. «Dieser Albtraum muss enden», forderte UN-Generalsekretär Antonio Guterres in einer Videobotschaft an die Teilnehmer der dritten internationalen Sudan-Konferenz, die das Auswärtige Amt in Berlin organisiert hatte. Zahlreiche Teilnehmer verlangten von den Konfliktparteien eine sofortige humanitäre Waffenruhe auf dem Weg zu einer Friedenslösung.
Zum Abschluss der Konferenz meldete Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) einen Erfolg: Es seien Zusagen in Höhe von knapp 1,5 Milliarden Euro für zusätzliche humanitäre Hilfe in diesem Jahr zusammengekommen. Die Konferenz wurde nach Treffen in Paris und London von der Bundesregierung zusammen mit Großbritannien, Frankreich, den USA sowie der EU und Afrikanischen Union ausgerichtet. In Paris hatte es Hilfszusagen von etwa zwei Milliarden Euro und in London von etwa einer Milliarde Euro gegeben.
UN-Nothilfekoordinator: Bewährungsprobe für internationale Gemeinschaft
UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher forderte «eine klare Vision für die Zukunft des Sudans». Er sprach von einer Bewährungsprobe für die internationale Gemeinschaft. Das sudanesische Volk dürfe nicht weiter im Stich gelassen werden. «Friedensarbeit ist komplex und erfordert Geduld, aber sie ist keine Raketenwissenschaft.»
Mit Blick auf die Menschenrechtsverstöße der Konfliktparteien bezeichnete Fletcher den Sudan als ein «Laboratorium der Gräueltaten». 34 Millionen Menschen seien auf Hilfe angewiesen, 19 Millionen Menschen litten Hunger, 10 Millionen Kinder hätten keinen Zugang zur Schule. Ein UN-Hilfsplan sehe vor, 14 Millionen Menschen zu erreichen, doch dazu seien 2,2 Milliarden Dollar nötig.
Deutschland gibt weitere mehr als 230 Millionen Euro
Deutschland stockt seine Sudan-Hilfe laut Wadephul um insgesamt mehr als 230 Millionen Euro auf - darunter sind auch Mittel in Höhe von 20 Millionen Euro aus dem Entwicklungsministerium von Ministerin Reem Alabali Radovan (SPD). Die Bundesrepublik gehe damit als einer der größten Unterstützer der humanitären Hilfe für die Menschen im Sudan voraus.
Wadephul rief andere Länder, Organisationen und Akteure des Privatsektors auf, sich an der Hilfe zu beteiligen. «Lasst uns unsere Kräfte bündeln, damit humanitäre Hilfe und humanitäre Diplomatie Leben retten können», sagte er.
Die außergewöhnliche Krise im Sudan erfordere «mehr als nur unsere Aufmerksamkeit, sie erfordert Handeln. Denn die Situation im Sudan wird in Zukunft weitaus schwieriger sein», sagte Wadephul. Russlands andauernder Krieg gegen die Ukraine und der Krieg im Nahen Osten verschärften die Krise für die Menschen im Sudan und in der Region, «die bereits unter unerträglichen Bedingungen leben», sagte Wadephul.