Sozialist Seguro gewinnt Präsidentenwahl in Portugal
Autor: dpa
, Sonntag, 08. Februar 2026
António José Seguro hat die Präsidentenwahl in Portugal deutlich gewonnen. Was das für das politische Klima im Land bedeutet.
In der Stichwahl um das portugiesische Präsidentenamt hat sich der sozialdemokratisch orientierte Politiker António José Seguro Hochrechnungen zufolge klar gegen den Rechtspopulisten André Ventura durchgesetzt. Für den 63-jährigen Politiker der sozialistischen Partei (PS) stimmten 66,6 Prozent der Wähler, berichtete der staatliche TV-Sender RTP, nachdem 98,5 Prozent der Stimmen ausgezählt waren.
In einer ersten Reaktion lobte Wahlsieger Seguro die Menschen seines Landes. «Das portugiesische Volk ist das beste Volk der Welt. Ausgezeichnet. Mit einem enormen staatsbürgerlichen Verantwortungsbewusstsein und einer Verbundenheit mit den Werten unserer Demokratie», sagte er vor Journalisten im Fernsehen.
Der konservative Regierungschef Luís Montenegro gratulierte Seguro zum Wahlsieg und zeigte sich zuversichtlich, dass er mit dem nächsten Präsidenten gut zusammenarbeiten werde. Ventura gestand seine Niederlage ein. «Er hat gewonnen. Ich wünsche ihm eine hervorragende Amtszeit», sagte er in Richtung Seguros.
Seguro wird damit die Nachfolge des konservativen Amtsinhabers Marcelo Rebelo de Sousa antreten, der das EU-Land im Südwesten Europas seit 2016 führte. Nach zwei je fünfjährigen Amtszeiten durfte der 77-Jährige nicht erneut antreten. In der ersten Wahlrunde vor drei Wochen hatte Seguro mit gut 31 Prozent zwar die meisten Stimmen erhalten, die für einen Sieg notwendige absolute Mehrheit aber verfehlt.
Rasanter Aufstieg: Ein Drittel der Stimmen für Rechtspopulisten
Sein Widersacher Ventura kam nach diesen Hochrechnungen auf 33,4 Prozent. Dass der oft polarisierend auftretende 43-Jährige, der gern gegen Immigranten wettert, rund ein Drittel der Stimmen auf sich vereinigen konnte, gilt jedoch als weiteres Zeichen für den rasanten Aufstieg der Rechtspopulisten in Portugal.
Nur sechs Jahre nach der Gründung war Venturas Partei Chega (Es reicht) im Mai vorigen Jahres hinter dem konservativen Bündnis von Ministerpräsident Luís Montenegro zur zweitstärksten Kraft im Parlament in Lissabon avanciert.
Man habe «das seit 50 Jahren herrschende Zweiparteiensystem getötet» und werde bald auch die Regierung stellen, jubelte damals der Rechtsprofessor, Buchautor und frühere Sportkommentator, der von Medien unter anderem «Hurrikan» genannt wird und immer wieder gegen Minderheiten hetzt.