Sizilien: Erdrutsch in Niscemi - Folgen für Urlauber und Bewohner
Autor: Stefan Lutter
Niscemi, Freitag, 30. Januar 2026
Nach einem massiven Erdrutsch steht Niscemi auf Sizilien vor dem Ausnahmezustand. Hunderte Familien sind betroffen, Reisen sind unmöglich.
Was als sintflutartiger Regen begann, wurde für die Stadt Niscemi auf Sizilien zum Alptraum: Ein kilometerlanger Erdrutsch zerstört Häuser, Straßen und Hoffnungen. Die Regierung hat den Notstand ausgerufen, tausende Menschen wurden evakuiert und die Gefahrenzone wächst unaufhaltsam.
Touristen, die auf authentische Erfahrungen abseits der Massen setzten, finden in Niscemi nun eine Stadt am Abgrund. Der Ausnahmezustand trifft nicht nur die Bewohner, sondern hat auch gravierende Folgen für das touristische Leben im Süden der Mittelmeerinsel.
Niscemi: Stadt auf Sizilien im Ausnahmezustand - Lage bleibt kritisch
Die sizilianische Stadt Niscemi steht weiterhin im Zentrum einer schweren Naturkatastrophe. Am Donnerstag (29. Januar 2026) ist die Situation nach wie vor äußerst angespannt: Mehr als 1500 Menschen wurden inzwischen evakuiert, ganze Straßenzüge sind gesperrt, und das Zentrum der Stadt rückt immer näher an die sogenannte rote Zone heran – ein Sperrgebiet, das aus Sicherheitsgründen von niemandem betreten werden darf. "Der Erdrutsch ist weiterhin voll aktiv, die Lage bleibt kritisch", betonte Fabio Ciciliano, der Chef des italienischen Zivilschutzes, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.
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Die Schutzmaßnahmen wurden weiter verschärft. Häuser im Abstand von bis zu 150 Metern zur Abbruchkante sind vollständig geräumt, und die betroffenen Familien wurden in Notunterkünften aufgenommen. Zivilschutzminister Nello Musumeci erklärte laut dem Reiseportal Reisereporter vor Ort: "Alle Häuser im Umkreis von 70 Metern zur Erdrutschlinie werden unweigerlich einstürzen."
Auch die Infrastruktur ist massiv betroffen. Zwei von drei Zufahrtsstraßen nach Niscemi wurden durch den Erdrutsch zerstört, die Stadt ist teilweise von der Außenwelt abgeschnitten. Die Behörden arbeiten rund um die Uhr, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten und weitere Schäden zu verhindern. Laut dem offiziellen X-Kanal (vormals Twitter) der italienische Zivilschutzbehörde (Dipartimento della Protezione Civile) finden regelmäßige Kontrollflüge und Einsatzbesprechungen statt, um die Lage zu überwachen und notfalls weitere Evakuierungen einzuleiten.
Massenevakuierung und "keine Hoffnung auf Rückkehr": Erheblich Folgen für die Bevölkerung
Für die betroffenen Familien bedeutet die Katastrophe den völligen Bruch ihres bisherigen Lebens. Viele mussten ihr Zuhause in Nacht-und-Nebel-Aktionen verlassen. "Wir wurden gezwungen, alles in wenigen Minuten zu verlassen, wir konnten nur Papiere und ein paar Kleidungsstücke mitnehmen", berichtet ein Evakuierter der Zeitung Corriere della Sera.
Die Unsicherheit über die Zukunft ist groß. Zivilschutzchef Ciciliano: "Es gibt keine Hoffnung auf Rückkehr für diejenigen, die ihr Haus in der roten Zone verloren haben". Für die Betroffenen werden Umsiedlungspläne erarbeitet. In den Notunterkünften regiert die Sorge um Hab und Gut, aber vor allem auch um das soziale Gefüge, das mit der Auflösung ganzer Nachbarschaften verloren geht.