Schusswechsel bei Trump-Dinner - Motiv des Angreifers unklar
Autor: Jan Christoph Freybott, Franziska Spiecker und Naveena Kottoor, dpa
, Sonntag, 26. April 2026
Mit Schrotflinte und Messern: Nach dem Angriff auf das Dinner in Washington stehen die Ermittlungen noch am Anfang. Trump und sein Team ziehen jedoch schon erste Schlüsse.
Nach dem Schusswechsel bei einem Gala-Dinner mit US-Präsident Donald Trump suchen Ermittler nach dem Motiv und dem konkreten Ziel des Tatverdächtigen. Der bewaffnete 31-Jährige hatte am Samstagabend (Ortszeit) versucht, in Washington das Festessen mit der Hauptstadtpresse zu stürmen, wurde aber von Sicherheitskräften überwältigt.
US-Präsident Donald Trump, seine Frau Melania und etliche Kabinettsmitglieder bleiben unversehrt. Ein Sicherheitsbeamter wird angeschossen, kann aber später aus dem Krankenhaus entlassen werden. Aber der Schock sitzt tief. Trump bezeichnet den Verdächtigen später als «Möchtegern-Attentäter».
Verdächtigter am Montag vor Gericht
Ermittler gehen laut Justizminister Todd Blanche nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass der mutmaßliche Schütze Mitglieder der Regierung ins Visier genommen hatte. Ob Trump selbst das Ziel war, werde noch geprüft, der Verdächtige kooperiere nicht mit den Ermittlern. Am Montag soll der Mann vor Gericht in Washington erscheinen. Regierungssprecherin Karoline Leavitt wertete den Angriff als Mordversuch an Trump.
Trump zufolge ist der Mann «ein kranker Mensch, ein sehr kranker Mensch». Unter dem Eindruck des Geschehens war Trump sichtlich gezeichnet vor die Presse getreten. «Angesichts der Ereignisse dieses Abends rufe ich alle Amerikaner dazu auf, sich von Herzen dafür einzusetzen, unsere Differenzen friedlich beizulegen», sagte er. «Wir müssen... wir müssen unsere Differenzen beilegen.»
Vorfall kurz vor Besuch von König Charles
Nach den Dinner-Schüssen in Washington wurden die Pläne für den Staatsbesuch des britischen Königspaars in den USA überprüft. Dieser werde dennoch wie geplant stattfinden, teilte der Buckingham-Palast am Abend laut der britischen Nachrichtenagentur PA mit. Ab Montag sind der britische König Charles III. und Königin Camilla zu einem mehrtägigen Staatsbesuch in den USA zu Gast.
Bei dem Verdächtigen soll es sich um einen 31-Jährigen aus Südkalifornien handeln, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichteten. Der Mann soll als Lehrer und Entwickler für Videospiele gearbeitet haben, heißt es unter Berufung auf das mutmaßliche LinkedIn-Profil des Mannes. In der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) durchsuchte die Bundespolizei FBI das Haus des Verdächtigen in Torrance, einem Vorort südwestlich von Los Angeles.
Laut Trump gibt es ein Manifest des Verdächtigen
Nach Trumps Angaben hatte der Mann ein Manifest mit antichristlichen Ansichten verfasst. «Wenn man sein Manifest liest, merkt man, dass er Christen hasst. Das steht fest, er hasst Christen», sagte Trump dem Sender Fox News. Nähere Angaben zu dem Schriftstück machte der Präsident nicht. Trump bezeichnete den Angreifer als «verrückten Typen.» Familienmitglieder hätten zu den antichristlichen Ansichten sogar Angaben bei den Sicherheitsbehörden gemacht.