Bisher schwerster Angriff auf Flughafen Riad - zwölf Tote
Autor: dpa
, Sonntag, 11. Oktober 2026
Rauch, Chaos und Panik: Videos zeigen, wie Reisende nach dem tödlichen Angriff auf den Flughafen Riad durch zerstörte Hallen flüchten. Saudi-Arabien wird beim Krieg in der Region immer mehr zur Front.
Beim bisher schwersten Angriff auf den internationalen Flughafen von Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad sind nach offiziellen Angaben mindestens zwölf Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt worden. Es ist die höchste Opferzahl bei einem Angriff auf den mit den USA verbündeten Golfstaat seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar. Riad machte die Huthi-Miliz im Jemen verantwortlich, die mit neuen Angriffen in dem Königreich drohte.
In sozialen Medien kursierten Videos, die Szenen nach dem Angriff zeigen sollen. Dabei ist unter anderem eine zerstörte Flughafenhalle zu sehen und wie Reisende durch dichten Rauch eilen, um sich in Sicherheit zu bringen. Die Echtheit der Videos konnte nicht überprüft werden. An einem Terminal stiegen nach einer Explosion dunkle Rauchwolken auf. Erst am Donnerstag waren bei einem Angriff auf den Flughafen drei Menschen getötet worden.
Der Angriff auf eines der Passagierterminals sei ein «regelrechtes Kriegsverbrechen», teilte das von Riad angeführte Militärbündnis mit, das im Jemen gegen die Huthi kämpft. Das Bündnis werde «entschlossen auf diesen Terrorangriff antworten», erklärte Bündnissprecher Turki al-Maliki. Zu dem Angriff in Riad äußerte sich die Huthi-Miliz zunächst nicht direkt.
«Gefährliche Eskalation»
UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich «zutiefst schockiert», Attacken auf Zivilisten und zivile Infrastruktur verstießen gegen das Völkerrecht. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einer «gefährlichen Eskalation» und warnte: «Die Angriffe von Irans Stellvertretern treiben die Region in eine Spirale der Gewalt.»
Der Flughafen King Chalid zählt hinsichtlich des Passagieraufkommens zu den größten Flughäfen der Golfregion. Riad ist zusammen mit Dschidda am Roten Meer das politische und wirtschaftliche Zentrum Saudi-Arabiens. Der Flugverkehr wurde zunächst bis Sonntagabend um Mitternacht (Ortszeit, 23 Uhr MESZ) eingestellt. Die US-Vertretung im Land rief Landsleute auf, den Flughafen und umliegende Gebiete zu meiden.
Die Huthi, die weite Gebiete im Nordjemen kontrollieren, drohten mit neuen Attacken. Saudische Flughäfen und der saudische Luftraum seien «legitime Ziele», teilte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari mit - mit Ausnahme der für Muslime heiligen Stätten Mekka und Medina. Die Menschen wurden aufgefordert, diese Warnungen ernstzunehmen.
USA könnten neue Militärschläge beginnen
Saudi-Arabien kämpft mit Verbündeten seit mehr als zehn Jahren im Jemen gegen die schiitischen Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. Dieser Bürgerkrieg, bei dem von Hunderttausenden Toten durch direkte und indirekte Kriegsfolgen ausgegangen wird, ist im Zuge des Iran-Kriegs neu entflammt. Auch die USA - einer der wichtigsten Verbündeten Saudi-Arabiens - könnten wie schon 2024 und 2025 neue Militärschläge im Jemen beginnen.