Merz: Moskau muss verhandeln - Kein schneller Durchbruch
Autor: Michael Fischer und Martin Romanczyk, dpa
, Montag, 24. November 2025
Friedrich Merz freut sich über erste Erfolge bei den Verhandlungen für ein Ende des Ukraine-Kriegs. Dennoch blickt der Bundeskanzler skeptisch in diese Woche.
Bundeskanzler Friedrich Merz bremst Hoffnungen auf einen raschen Durchbruch bei den Friedensverhandlungen für die Ukraine. «Frieden in der Ukraine gibt es nicht über Nacht», sagte Merz am Rande des EU-Afrika-Gipfels in Angolas Hauptstadt Luanda. Zugleich sieht er jedoch erste Fortschritte.
In Angola zeigten sich auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa zufrieden mit dem überarbeiteten US-Friedensplan.
Vertreter Europas, der Ukraine und der USA hatten am Sonntag in Genf den ersten, umstrittenen Entwurf des 28-Punkte-Plans von US-Präsident Donald Trump nachgebessert.
Europa verbuchte einen Erfolg, weil bei dem Treffen alle Fragen, die Nato und EU betreffen, aus dem Entwurf gestrichen wurden. Nach US-Angaben sieht nun auch die Ukraine ihre wichtigsten Interessen in dem Dokument verankert und ist zufrieden.
Russlands Präsident Wladimir Putin wiederholte nach einem Telefonat mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan die Moskauer Position. Der alte Plan, den Moskau kenne, könne Grundlage für ein Ende des Kriegs sein, sagte Putin nach Angaben des Kremls.
Merz: Russland muss an den Tisch
Merz rechnet nicht mit einem Durchbruch bei den Verhandlungen noch diese Woche. «Der nächste Schritt muss sein: Russland muss an den Tisch», sagte der CDU-Politiker nach Beratungen mit anderen Staats- und Regierungschefs. Solange sich Russland nicht bewege, komme kein Prozess in Gang. «Und wenn's keinen Prozess gibt, gibt es keinen Frieden.»
Merz: Waffenstillstand so schnell wie möglich
Das von der US-Regierung ursprünglich vorgeschlagene Dokument sei in wesentlichen Teilen modifiziert worden, sagte Merz. Das neue Papier werde gegenwärtig abgestimmt, danach werde es die gemeinsame Position der USA, der Europäer und der Ukraine sein. «Wir sind uns einig, wir wollen so schnell wie möglich einen Waffenstillstand und den Frieden in der Ukraine und wir wollen Sicherheit für Europa», fügte der Kanzler hinzu.