Krieg oder Atomdeal? USA und Iran beenden Verhandlungsrunde
Autor: dpa
, Donnerstag, 26. Februar 2026
US-Präsident Donald Trump hat der iranischen Führung ein Ultimatum gestellt. In Genf kamen Vertreter beider Staaten zusammen. Es herrscht Misstrauen. Der Vermittler zeigt sich dennoch optimistisch.
Die möglicherweise entscheidende Runde der Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran ist ohne Durchbruch beendet worden. Omans Außenminister Badr al-Bussaidi, der zwischen beiden Staaten vermittelt, zeigte sich nach den Gesprächen in Genf dennoch optimistisch. Er sprach von «bedeutenden Fortschritten» in den Verhandlungen. Nächste Woche seien in Wien Gespräche auf technischer Ebene geplant. Falls diese stattfinden, dürften Details eines möglichen Abkommens ausgehandelt werden.
Ob es dazu kommen wird, ist jedoch unklar. US-Präsident Donald Trump hatte der iranischen Staatsführung vor einer Woche noch ein Ultimatum bis Anfang März gestellt. «Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich», sagte er. Im Raum steht, dass Trump zu einem militärischen Angriff auf die Führung in Teheran und ihren Machtapparat ausholt.
Iran übermittelte Entwurf für Abkommen
Bei den Verhandlungen geht es unter anderem um das umstrittene iranische Atomprogramm. Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran Atomwaffen entwickelt. Irans Regierung bestreitet entsprechende Absichten, zeigt sich jedoch bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen. Im Gegenzug fordert Teheran die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. Am Mittwoch übermittelte der Iran einen ersten Entwurf für ein neues Abkommen - Details des Entwurfs wurden nicht bekannt.
Über andere von den USA eingebrachte Themen will die Islamische Republik Iran nicht sprechen – darunter eine Begrenzung ihres Raketenarsenals oder ein Ende der Unterstützung militanter Gruppen wie der Hisbollah im Libanon. Für den Iran verhandelte das Team um Außenminister Abbas Araghtschi, für die US-Seite der Sondergesandte Steve Witkoff sowie Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump.
US-Militärpräsenz in der Region massiv aufgestockt
Die USA haben ihre Militärpräsenz in der Region zuletzt stark ausgebaut. Dem «Wall Street Journal» zufolge ist es der größte Aufmarsch von US-Luftstreitkräften in der Region seit dem Irak-Krieg 2003. Am Donnerstag lief der größte Flugzeugträger der US-Marine, die USS Gerald R. Ford, vor der griechischen Insel Kreta aus. Er dürfte die US-Flotte im Nahen Osten verstärken.
Anfang Februar hatten beide Staaten überraschend neue Verhandlungen aufgenommen. Zuvor hatte Trump der iranischen Führung wegen ihres brutalen Vorgehens gegen Massenproteste gedroht. Viele Menschen im Iran sehen die Gespräche ihrer Regierung mit den USA daher kritisch. Sie fordern einen Machtwechsel und fürchten, ein Deal könne der Regierung den Rücken stärken.
Die zentralen Streitpunkte
Irans Regierung verfolgt mit ihrem Atomprogramm eigenen Angaben nur zivile Ziele. Sie verweist auf einen religiösen Erlass von Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei, der den Bau und Einsatz von Massenvernichtungswaffen wie Atombomben untersagt. Kritiker zeigen sich jedoch besorgt darüber, dass der Iran in den vergangenen Jahren Uran auf einen Reinheitsgrad von 60 Prozent angereichert hat.