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Rekord-Bergsteiger Nirmal Purja gestorben - nach Lawinenunglück am Broad Peak


Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa

Islamabad, Samstag, 01. August 2026

Eine Lawine erfasst zehn internationale Alpinisten im pakistanischen Karakorum-Gebirge. Dabei stirbt auch der bekannte Netflix-Bergsteiger Nirmal Purja. Vor gut einem Jahr starb in der Region Laura Dahlmeier bei einem tragischen Unfall.
Nirmal Purja auf dem Gipfel des Everest. Der Bergsteiger hat den Mount Everest und die dreizehn anderen Achttausender der Welt in sieben Monaten bestiegen. Er starb bei einem Lawinenabgang bei einer Expedition in Pakistan.


Als erster Mensch hatte er alle Achttausender innerhalb einer Saison erklommen. Nun ist der nepalesischstämmige Extremsportler Nirmal Purja laut Angaben seiner Firma gestorben. Alle Mitglieder seiner Gruppe kamen nach einem schweren Lawinenunglück am Donnerstag (30. Juli 2026) am Broad Peak – einem Berg mit rund 8050 Metern Höhe – in Pakistan ums Leben, bestätigte der Alpine Club Pakistan der Deutschen Presse-Agentur am Samstagabend.

Der Kontakt zu der Gruppe sei nach einem Lawinenabgang am Donnerstagmorgen abgerissen, berichtete der APC. Eine große Rettungsaktion wurde gestartet.

Nirmal Purja stirbt am Broad Peak - Messner würdigt Rekord-Bergsteiger

Unter den toten Alpinisten sind laut ACP insgesamt sechs Bergsteiger aus Nepal, ein Bergsteiger aus Pakistan, ein chinesischer Bergsteiger, eine Alpinistin aus den USA sowie eine Bergsteigerin aus dem Oman.

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"Mit tiefer Trauer und unermesslichem Kummer bestätigen wir den tragischen Tod von Nirmal Purja", schrieb seine Firma in einer Stellungnahme auf Instagram. "Der tragische Tod von sechs Nepalesen und vier weiteren ausländischen Bergsteigern, darunter Weltrekordhalter Nirmal Purja, im pakistanischen Karakorum-Gebirge, schockiert uns", schrieb der nepalesische Premier Balendra Shah auf Facebook.

Auch die Bergsteigerlegende Reinhold Messner würdigte Purja: "Was bleibt, ist nicht nur die Trauer über seinen Tod, sondern auch die Erinnerung an ein Leben, das er in vollen Zügen gelebt hat", schrieb er auf Instagram. Es sei ein Privileg, ihn gekannt zu haben.

Rekordbergsteiger aus Netflix-Doku

Die zehnköpfige Expedition sei von Nirmal Purja, dem bekannten nepalesischstämmigen Alpinisten mit britischer Staatsangehörigkeit, geleitet worden, so der ACP. Purja – auch bekannt unter dem Namen Nims Dai – erlangte unter anderem internationale Aufmerksamkeit, nachdem er 2019 in Rekordzeit alle 14 Achttausender innerhalb von sieben Monaten bestiegen hatte. Im August 2023 wurde sein Rekord von einer Norwegerin und einem Nepalesen im Team übertroffen.

In einer Mischung aus Trotz und Selbstbewusstsein nannte Purja seine damalige Mission "Project Possible" (Projekt Möglich). "Als ich von dem Projekt erzählte, haben die Leute gelacht", sagte er damals der dpa in Nepals Hauptstadt Kathmandu. "Sie sagten, das wäre nicht möglich."

Die Netflix-Produktion "14 Peaks: Nothing is Impossible" widmet sich seiner Leistung. Sie zeigt die extremen Wetterbedingungen, denen Bergsteiger in den Höhen ausgesetzt sind und handelt von dem Balanceakt zwischen Leben und Tod bei Purjas Extrem-Expedition. Zuvor veröffentlichte er unter dem Namen Nimsdai Purja eine Autobiografie, die zum Bestseller wurde. Eine deutsche Fassung erschien im Jahr 2022 unter dem Titel "Jenseits des Möglichen: 1 Mann, 6 Weltrekorde, 14 Achttausender".

Ungeplante Besteigung des Broad Peak

Den Broad Peak zu besteigen sei ursprünglich nicht Teil seines Plans gewesen, schrieb Purja am Montag auf der Plattform X. Demnach fehle ihm nach einer Besteigung des Gasherbrum II - einem weiteren pakistanischen Achttausender - lediglich die Besteigung des Broad Peak, um der erste Mensch zu sein, der alle 14 Achttausender ohne Sauerstoff zweimal bestiegen habe.

Die britische BBC berichtete, dass Purja seine Leidenschaft für das Bergsteigen während seiner Zeit als Elitesoldat der britischen Marine entdeckte. Er sei von Königin Elizabeth II. 2018 ausgezeichnet worden. Auch sein Vater und ältere Brüder seien bereits Teil der britischen Streitkräfte gewesen, berichtet der Sender.

Vor fast genau einem Jahr kam die Deutsche Laura Dahlmeier am 28. Juli 2025 beim Bergsteigen am Laila Peak ums Leben. Die Unglücksorte liegen nah beieinander. Die 31-jährige ausgebildete Bergführerin war mit ihrer Seilpartnerin unterwegs, als sie beim Abstieg auf einer Höhe von 5700 Metern von einem Steinschlag am Kopf getroffen wurde. Sie war mutmaßlich sofort tot.

 Klimawandel verschärft laut Experte Gefahrenlage in Bergsteigerregion

Trotz umgehend eingeleiteter Rettungsmaßnahmen konnte aufgrund der anhaltenden Steinschlaggefahr und schwieriger Wetterbedingungen niemand zu ihr vordringen. Die Rettungsaktion wurde schließlich eingestellt, da es Dahlmeiers ausdrücklicher und niedergeschriebener Wille war, dass in einem solchen Fall niemand sein Leben riskieren dürfe, um sie zu bergen. Ihr Leichnam blieb am Berg, wo sie ihre letzte Ruhestätte fand.

Der Broad Peak ist der zwölfthöchste Berg der Welt und befindet sich im Karakorum-Gebirge an der Grenze zwischen Pakistan und China. Die Region im hohen Norden Pakistans zieht jährlich viele internationale Bergsteiger-Expeditionen an.

Als Achttausender gilt der Broad Peak als anspruchsvoller Berg und es gab auch in der Vergangenheit immer wieder Unfälle dort, sagt Irfanullah Baig, ein pakistanischer Bergsteigerexperte. Aber mit dem Klimawandel würden Lawinen, schwere Wetterbedingungen und Steinschlag zunehmen. "Die Temperaturen in den Ortschaften am Fuß der Berge steigen auf 40 Grad. Damit gibt es keine stabile Schneedecke mehr und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Schneeschmelze jederzeit Lawinen auslöst", erklärt der Experte.

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