Neue russische Angriffe: Frieren in der Ukraine geht weiter
Autor: dpa
, Dienstag, 03. Februar 2026
Moskau bestätigte eine von US-Präsident Trump angestoßene begrenzte Waffenruhe – bis Sonntag. Das ist nun augenscheinlich vorbei. Hunderttausende Menschen kämpfen mit Strom- und Heizungsausfällen.
Vor einer neuen angekündigten Verhandlungsrunde für ein Ende des Ukraine-Kriegs setzt Russland seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine fort. Russland ziehe es vor, die kältesten Tage des Winters auszunutzen, um Menschen zu terrorisieren, statt sich der Diplomatie zuzuwenden, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Medien.
Ihm zufolge wurden neun Menschen bei den Attacken verletzt. Russland habe gezielt Energieobjekte angegriffen. Selenskyj sprach von einer Rekordzahl eingesetzter ballistischer Raketen. Moskaus Militär habe mehr als 70 Raketen verschiedener Typen und Marschflugkörper sowie 450 Kampfdrohnen eingesetzt.
Die Attacken trafen demnach die nordostukrainischen Regionen Charkiw und Sumy, die Hauptstadt Kiew und ihre Umgebung sowie die Regionen Dnipropetrowsk im Südosten, Odessa im Süden, und Winnyzja im Westen. Die Reparaturarbeiten laufen den Angaben nach.
Energieminister: «Versuch eines winterlichen Völkermords»
Energieminister Denys Schmyhal schrieb bei Telegram vom «Versuch eines winterlichen Völkermords». Es habe sich ausschließlich um zivile Ziele gehandelt. Hunderttausende Familien, darunter Kinder, seien gezielt ohne Heizung in strengster winterlicher Kälte zurückgelassen worden.
In der Ukraine ist es derzeit extrem kalt, teilweise gibt es zweistellige Minusgrade. Die Ukraine verteidigt sich seit fast vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg.
Derweil ist Nato-Generalsekretär Mark Rutte als Zeichen der anhaltenden Unterstützung zu einem Besuch in der Ukraine eingetroffen. Selenskyj veröffentlichte Bilder in sozialen Medien, auf denen zu sehen ist, wie die beiden auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew Grablichter am Mahnmal für gefallene Soldaten abstellen. Mit Rutte spreche er vor dem Hintergrund der russischen Attacke auch über mögliche Hilfspakete der Partner seines Landes, teilte Selenskyj mit.
Rutte sprach bei seinem Besuch im ukrainischen Parlament. Er sicherte zu, Druck auf Russland aufrechtzuerhalten und die Ukraine weiter zu unterstützen. «Ich weiß, dass der Winter kalt ist, aber der Frühling wird kommen», versicherte Rutte.