Pestausbruch in Russland? Regierung streitet Laborunfall ab - Forscherin tot
Autor: Redaktion, Agentur dpa
Irkutsk, Dienstag, 06. Oktober 2026
In Sibirien stirbt eine junge Wissenschaftlerin. Schnell kommen Berichte auf, sie habe sich bei einem Laborunfall mit der Pest infiziert - die Regierung bestreitet dies.
Der Tod einer Labormitarbeiterin in Sibirien ist nach offiziellen russischen Angaben nicht auf einen Pesterreger zurückzuführen. Die 28-Jährige, die an einem Institut zur Bekämpfung von Pestkrankheiten tätig war, sei an einer "Lungenentzündung unbekannter Herkunft" verstorben. Das teilte die für Seuchenbekämpfung zuständige russische Behörde Rospotrebnadsor mit, wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtete.
In den Proben der Patientin seien keine Mikroorganismen gefunden worden, "die mit ihrer beruflichen Tätigkeit in Zusammenhang stehen". Die Frau war am vergangenen Freitag im Kreiskrankenhaus der Stadt Schelechow bei Irkutsk in Sibirien verstorben.
Trump signalisiert Bereitschaft zur Unterstützung
Das US-Außenministerium verfolgt derweil zusammen mit der US-Gesundheitsbehörde CDC und weiteren Behörden den Fall. "Viele Details sind noch nicht bestätigt. Wir fordern die russischen Behörden auf, genaue Informationen schnell und transparent mitzuteilen", äußerte ein Sprecher des Ministeriums. US-Präsident Donald Trump sagte auf den Fall angesprochen vor Journalistinnen und Journalisten, dass man gerade erst davon erfahren habe, sich aber intensiv damit befasse. Dabei bekundete er auch die Bereitschaft der USA, Russland Unterstützung zu leisten.
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Nach Angaben von Rospotrebnadsor ergaben Untersuchungen, dass es keinen Laborunfall in dem Institut in Irkutsk gab. Zuvor hatte es unbestätigte Berichte gegeben, dass die Frau sich mit Lungenpest infiziert haben könnte, als ihr versehentlich ein Reagenzglas herunterfiel. Die hygienisch-epidemiologische Lage in der Region Irkutsk sowie in den Städten Irkutsk und Schelechow sei stabil, teilte die Behörde mit. Es werde ein "Maßnahmenpaket umgesetzt". Nach Angaben des Telegramkanals "Ljudi Bajkala" wurden in Irkutsk drei allgemeine Krankenhäuser sowie eine Kinderklinik und eine Geburtenklinik für mindestens drei Wochen unter Quarantäne gestellt.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts waren lokalen Berichten zufolge an ihrem Arbeitsplatz in Quarantäne. Es seien keine weiteren Infektionen registriert worden. Lungenpest ist eine ernsthafte Form der durch das Bakterium Yersinia pestis verursachten Pest. Sie kann entstehen, wenn sich die Infektion auf die Lunge ausbreitet. Die Erkrankung ist mit Antibiotika behandelbar, wenn die Therapie frühzeitig beginnt. Die Pest kommt laut Robert-Koch-Institut (RKI) noch in Ländern Afrikas, Amerikas und Asiens vor, in Deutschland nicht. Das Risiko der Einreise eines mit dem Pesterreger Infizierten sei gering.