Papst mahnt zu Frieden: «Dröhnen der Waffen möge verstummen»
Autor: Sabine Dobel und Lena Klimkeit, dpa
, Freitag, 26. Dezember 2025
Krieg und menschliches Leid in der Ukraine, in Nahost - und an vielen anderen Orten weltweit: Der Papst mahnt eindringlich zu Frieden und Versöhnung - und nimmt nicht nur Staatsführer in die Pflicht.
Papst Leo XIV. hat in seiner ersten Weihnachtsbotschaft einen starken Friedensappell in die Welt gesendet. Zum Höhepunkt der Weihnachtsfeierlichkeiten im Vatikan nahm der im Mai neu gewählte Pontifex leidende Menschen in Kriegsgebieten in den Blick, vor allem in der Ukraine und im Nahen Osten. Vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom rief das Oberhaupt der katholischen Kirche auch jeden Einzelnen auf, sich gegen Hass, Gewalt und Zwietracht sowie für Dialog, Frieden und Versöhnung einzusetzen.
Als der Papst am Donnerstag um 12.00 Uhr auf den Balkon des Petersdoms trat, brach Jubel unter den Menschen aus, die bei Nieselregen gewartet hatten. Kurz zuvor war er mit dem Papamobil über den Platz gefahren, um die Besucher zu begrüßen. Rund 26.000 Menschen kamen laut Vatikan auf den Petersplatz, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.
Hoffnung auf Dialog zum Frieden für die Ukraine
Mit Blick auf den Ukraine-Krieg sagte der Papst: «Möge das Dröhnen der Waffen verstummen und mögen die beteiligten Parteien, unterstützt durch das Engagement der internationalen Gemeinschaft, den Mut finden, einen ehrlichen, direkten und respektvollen Dialog zu führen.»
Er formulierte damit eine Hoffnung, die angesichts einer vorherigen Äußerung auch als Appell an Russland verstanden werden kann: An Heiligabend hatten Medien den Papst mit der Äußerung zitiert, ihn habe traurig gestimmt, dass Russland einen Weihnachtswaffenstillstand abgelehnt hat. Der Papst rief dabei zu einem eintägigen Gewaltverzicht und einer Weihnachts-Waffenruhe für alle Kriege in der Welt auf.
«Gefühl der Ohnmacht» im Nahen Osten
Neben der Ukraine hob Leo in seiner Weihnachtsbotschaft den Nahen Osten hervor. Dort habe er bei seiner jüngsten Reise die Ängste der Menschen vernommen und kenne ihr Gefühl der Ohnmacht angesichts der Machtverhältnisse, unter denen sie litten, sagte er.
Der Papst forderte «Gerechtigkeit, Frieden und Stabilität für den Libanon, für Palästina, Israel und Syrien» und erwähnte explizit die Bewohner des Gazastreifens, die nichts mehr besäßen und alles verloren hätten. Seit dem 10. Oktober gilt zwischen der islamistischen Hamas und Israel eine Waffenruhe. Doch sie ist fragil und die Menschen in dem Küstenstreifen leben weiter unter katastrophalen Bedingungen.
Darauf hatte der Papst in der Messe am Morgen des ersten Weihnachtstages hingewiesen, als er von den Zelten in Gaza sprach, «die seit Wochen dem Regen, dem Wind und der Kälte ausgesetzt sind».