Leo XIV. bemüht sich um Entspannung mit Trump
Autor: Christoph Sator, dpa
, Samstag, 18. April 2026
Der US-Präsident und der Papst liefern sich ein heftiges Wortgefecht, was weltweit Schlagzeilen macht. Nun zeigt sich Leo konziliant. Und Trump?
Papst Leo XIV. hat sich in der Auseinandersetzung mit US-Präsident Donald Trump um Entspannung bemüht. Manche seiner Äußerungen seien «nicht in allen Aspekten korrekt» interpretiert worden, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche während seiner Afrika-Reise auf dem Flug nach Angola. «Das wurde so aufgefasst, als wolle ich dem Präsidenten widersprechen. Das liegt überhaupt nicht in meiner Absicht.»
Trump und Leo hatten sich aus der Distanz ein heftiges Wortgefecht geliefert, was weltweit Schlagzeilen machte. Der US-Präsident warf dem Papst nach einer Reihe von Friedensappellen aus dem Vatikan eine «schreckliche» Außenpolitik vor. Kurz darauf stellte er ein KI-Gemälde von sich als Heiland ins Internet.
Leo entgegnete: «Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung.» Später sprach er - ohne einzelne Politiker beim Namen zu nennen - von einer «Handvoll Tyrannen, die die Welt zerstören». Dies wurde vielfach miteinander in Zusammenhang gebracht.
Papst: Ziel bleibt, Botschaft von Frieden zu verbreiten
Dazu sagte das Oberhaupt nun im Flugzeug vor Journalisten, die Rede mit dieser Äußerung sei bereits zwei Wochen zuvor vorbereitet worden - «also, bevor der Präsident etwas über mich gesagt hat und die Friedensbotschaft, die ich verbreite».
Leo fügte hinzu: «Viel von dem, was seither geschrieben wurde, war Kommentar auf Kommentar im Versuch zu interpretieren, was gesagt wurde. Das wurde so aufgefasst, als wolle ich dem Präsidenten widersprechen.» Sein Ziel bleibe, eine Botschaft von Frieden und Gerechtigkeit in der Welt zu verbreiten. Von Trump gab es zu den jüngsten Äußerungen des Papstes zunächst keinen Kommentar.
Nach der Landung in Angolas Hauptstadt Luanda verurteilte Leo eine anhaltende Ausbeutung des Kontinents durch andere Länder sowie internationale Konzerne. Er kritisierte ein vermeintlich alternativloses «Entwicklungsmodell, das diskriminiert und ausgrenzt. Wie viel Leid, wie viele Tote, wie viele soziale und ökologische Katastrophen werden durch diese Logik der Ausbeutung verursacht!»
Der Papst äußerte sich bei einem Treffen mit Präsident João Lourenço. Die ehemalige portugiesische Kolonie ist reich an Rohstoffen und auch für Deutschland ein wichtiger Wirtschaftspartner - vor allem als Lieferant von Erdöl und Gas. Von den etwa 37 Millionen Einwohnern leben aber trotzdem viele in Armut.