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Norwegens König Harald ist tot: Überwältigende Anteilnahme in Bevölkerung


Autor: Agentur dpa

Oslo, Samstag, 29. August 2026

Nach dem Tod des norwegischen Königs Harald V., der am Freitag im Alter von 89 Jahren verstarb, ist die Anteilnahme in der Bevölkerung riesig. Sein Nachfolger ist sein Sohn Haakon (53).
Blumenmeer für verstorbenen norwegischen König Harald.


Update vom 29. August 2026: Norwegens König Harald ist tot: Überwältigende Anteilnahme in Bevölkerung

Seit dem Tod von König Harald V. hat die Blumenhändlerin Charlotte Skogrand Bø wesentlich mehr zu tun als gewöhnlich. In dem kleinen Blumenladen "Floriss" in der Nähe des Osloer Schlosses binden sie und ihre Kolleginnen einen Strauß nach dem anderen mit rotem Seidenband, den die Norweger auf dem Schlossplatz und an anderen Orten für ihren verstorbenen Monarchen niederlegen. "Hier ist viel los", berichtet sie.

"Viele Menschen möchten ihre Anteilnahme ausdrücken, was sehr schön, herzlich und berührend ist." Die Floristin fasst sich ans Herz: "Er war eine wunderschöne Seele", sagt sie über König Harald. "Es ist sehr traurig." Zu beobachten, wie ihr Land in dieser Trauerzeit zusammenhält, bewegt sie sehr, sagt sie. "Diese Liebe ist wirklich sehr, sehr schön."

Haralds Sohn Haakon ist neuer König

Bereits heute soll eine neue Blumenlieferung im Geschäft eintreffen – damit noch mehr Norwegerinnen und Norweger dem Monarchen ihren Respekt erweisen können. Der 89-Jährige war am Freitagmorgen im Krankenhaus verstorben. Neuer norwegischer König ist seither sein Sohn Haakon.

Ursprungsmeldung vom 28. August 2026: Beliebter europäischer Monarch ist tot - Königshaus vor ungewisser Zukunft

Er war der älteste regierende Monarch Europas - und hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit Krankheiten zu kämpfen. Jetzt ist der norwegische König Harald V. im Alter von 89 Jahren im Reichskrankenhaus von Oslo gestorben. Er sei am Freitag (28. August 2026) um 6.35 Uhr friedlich eingeschlafen, teilte das norwegische Königshaus mit. Nach seinem Tod erbt sein Sohn Haakon den Thron. 

Bereits seit Anfang vergangener Woche hatte Harald im Krankenhaus gelegen. Wegen der Bluterkrankung hämolytische Anämie - einer Form der Blutarmut - war er mit Kortison behandelt worden, was zu einer Flüssigkeitsansammlung im Körper geführt hatte. Anschließend zog er sich zusätzlich eine bakterielle Infektion des Blutkreislaufs zu.

König Harald war lange gesundheitlich angeschlagen

Gesundheitlich war der norwegische König schon lange angeschlagen. Seit 2024 war er etwa dauerhaft auf einen Herzschrittmacher angewiesen. Außerdem hatte er häufig mit Atemwegserkrankungen zu kämpfen. Im Februar war der Monarch während eines Urlaubs auf Teneriffa mit seiner Frau, Königin Sonja, wegen einer Infektion ins Krankenhaus gekommen. 

Auch das Gehen fiel ihm seit längerer Zeit schwer. Den Thron vorzeitig seinem Sohn Haakon zu überlassen, war für Harald trotzdem nicht infrage gekommen. Seine royalen Pflichten absolvierte er bis zuletzt. 

Seine Landsleute schätzten König Harald V. für seine zurückhaltende Art - und dafür, dass er klare Kante zeigen konnte, wenn es darauf ankam. Haralds Reden waren oft geprägt von Mitmenschlichkeit und Taktgefühl. So tröstete er die Norweger nach den Terroranschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya 2011. Nach der Flüchtlingskrise positionierte er sich mit einem Plädoyer für Vielfalt und Toleranz als besonnener Mahner. Beliebt war der Monarch auch wegen seines trockenen Humors. Er galt als begeisterter Segler und Wintersportler.

Wie es mit Norwegens Monarchie nun weitergeht

Den Thron hatte Harald 1991 nach dem Tod seines Vaters Olav V. bestiegen. Seine große Liebe Sonja heiratete er schon 1968 - obwohl sein Vater lange mit der Beziehung seines Sohnes zu einer Bürgerlichen gehadert hatte.

Bei seinen eigenen Kindern war Harald toleranter: Auch sein Sohn Kronprinz Haakon heiratete mit Mette-Marit eine nicht aristokratische Norwegerin. Seine Tochter Märtha Louise ist inzwischen in zweiter Ehe mit dem selbst ernannten Schamanen Durek Verrett verheiratet. 

Ohne Harald V. ist unsicher, wohin die norwegische Monarchie steuert. Denn während der König in seinem Land enormen Rückhalt genoss, haben Skandale das Vertrauen in die Kronprinzenfamilie zuletzt stark erschüttert. Kronprinzessin Mette-Marit war wegen ihrer engen Freundschaft zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in die Kritik geraten.

Wird die umstrittene Mette-Marit nun auch Königin?

Nach dem Tod des Königs wird die 53-Jährige laut Aussagen von Verfassungsrechtlern nicht automatisch Königin - die Entscheidung über ihre Rolle obliegt dem neuen König Haakon. 

Mette-Marits ältester Sohn Marius Borg Høiby aus einer früheren Beziehung wurde im Juni unter anderem wegen zwei Vergewaltigungen nach norwegischem Recht zu vier Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Viele Norweger sind seitdem unsicher, ob Mette-Marit wirklich das Zeug zu einer Königin hat.