Neue Hypothek für Iran-Gespräche: Jemen-Konflikt eskaliert
Autor: dpa
, Freitag, 07. August 2026
Saudi-Arabien rechnet angeblich mit einer koordinierten Angriffswelle irakischer Milizen und jemenitischer Rebellen - und meldet in der Nacht eine Attacke. US-Präsident Trump gibt sich optimistisch.
Der eskalierende Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz im Jemen droht eine Friedenslösung im Iran-Krieg zu erschweren. In der Nacht wurden nach Angaben des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses im Jemen bei Angriffen der vom Iran unterstützten Huthi mindestens elf Zivilisten in Saudi-Arabien verletzt. Zudem rechnet das Königreich Berichten zufolge «in sehr naher Zukunft» mit koordinierten Angriffen durch irakische Milizen und Huthi-Rebellen unter Anleitung von Irans mächtigen Revolutionsgarden.
US-Präsident Donald Trump geht dagegen nach eigenen Angaben weiter davon aus, dass der Iran-Krieg «ziemlich bald» enden und eine Einigung zur Öffnung der Straße von Hormus bevorstehen könnte. Er äußerte die Vermutung, dass der Iran unter dem militärischen und politischen Druck der USA und ihrer Verbündeten bald einknicken dürfte. «Ich denke nicht, dass sie noch lange durchhalten können», sagte er vor Reportern im Oval Office.
Manche Experten vermuten indes, dass den USA vorher selbst die Puste ausgehen könnte, weil die kostspielige Dauerbelastung des Kriegs für Trumps Regierung eine innenpolitische und wirtschaftliche Hypothek vor den wichtigen Parlamentswalen im November ist. Auf die Frage, ob eine Einigung zur Öffnung der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus erreicht worden sei, sagte Trump, er sei in Verhandlungen eingebunden. «Es könnte bald sein.» Unabhängig von den USA hatten der Iran und der ebenfalls an die Meerenge grenzende Oman zuvor bekanntgegeben, kurz vor einer Einigung für die blockierte Straße von Hormus zu stehen.
Iran-Krieg lässt weiteren Konflikt neu eskalieren
Anders als von Trump suggeriert nähren die nächtlichen Angriffe in Saudi-Arabien nun Befürchtungen, dass sich der ohnehin schon komplexe Konflikt im Nahen Osten ausweiten könnte. Das sunnitische Königreich kämpft gemeinsam mit der international anerkannten Regierung im Jemen seit mehr als zehn Jahren gegen die schiitische Huthi-Miliz. Im Zuge des Iran-Kriegs ist nun auch dieser Konflikt aufs Neue eskaliert.
Sieben der elf Verletzten seien saudi-arabische Staatsbürger, die bei dem Beschuss in der Region Nadschran unter anderem Verbrennungen erlitten hätten, teilte Koalitionssprecher Turki al-Maliki in der Nacht auf der Plattform X mit. Zudem seien zwei Staatsbürger Ägyptens und jeweils einer aus Pakistan und dem Jemen bei den «terroristischen Huthi-Angriffen» am Donnerstag verletzt worden.
Die Huthi hatten den Jemen, ein armes Land auf der Arabischen Halbinsel, 2014 förmlich überrannt und in einen Bürgerkrieg gestürzt. 2022 trat in dem Konflikt eine Waffenruhe in Kraft, kleinere Gefechte gab es allerdings auch danach weiterhin.