Naturkatastrophe auf Sizilien: Erdrutsch frisst sich weiter durch Niscemi
Autor: Stefan Lutter
Niscemi, Dienstag, 03. Februar 2026
Ein schwerer Erdrutsch bedroht die Stadt Niscemi auf Sizilien. Die Lage bleibt weiter angespannt und viele Menschen mussten ihr Zuhause verlassen.
Bedrohlich, unwirklich und von Tag zu Tag dramatischer: Die Lage in Niscemi auf Sizilien bleibt auch Anfang Februar 2026 brenzlig. Wo einst Häuser und Straßen das Stadtbild prägten, dominieren nun Abbruchkanten, abgesperrte Viertel – und die ständige Angst vor dem nächsten großen Erdrutsch. Die Katastrophe hat nicht nur das Leben der Einwohner, sondern auch die politischen und sozialen Debatten Italiens nachhaltig verändert.
Das Ausmaß der Zerstörung zwingt Behörden und Anwohner zum Handeln. Während die Regierung Soforthilfen zusagt und Versprechen erneuert, wächst bei vielen Evakuierten die Skepsis: Wie lange werden sie noch in Notunterkünften leben? Wie schnell werden Entschädigungen gezahlt? Und vor allem: Gibt es Hoffnung auf einen Neuanfang in der eigenen Heimat? Touristen, die auf authentische Erfahrungen abseits der Massen setzten, finden in Niscemi nun eine Stadt am Abgrund. Der Ausnahmezustand trifft nicht nur die Bewohner, sondern hat auch gravierende Folgen für das touristische Leben im Süden der Mittelmeerinsel.
Update vom 3.2.2026: Erdrutsch frisst sich weiter durch Niscemi – Sperrzonen deutlich ausgeweitet
Der Erdrutsch in Niscemi bleibt auch im Februar 2026 hochaktiv und hat sich zuletzt weiter Richtung Stadtzentrum ausgedehnt. Am vergangenen Wochenende stürzte ein weiteres Wohnhaus im Viertel Sante Croci in die Tiefe – ein erschütternder Beleg dafür, dass die Gefahr keineswegs gebannt ist. Behörden haben daraufhin die Sperrzone auf nun rund 150 Meter zur Abbruchkante vergrößert, und Experten halten eine weitere Ausdehnung für wahrscheinlich, wie Nachrichten.at berichtet. Insgesamt mussten jetzt bereits über 1600 Menschen ihre Häuser verlassen, Tendenz steigend.
Video:
Die Lage bleibt nach Einschätzung des Zivilschutzes weiterhin "sehr kompliziert". Die Abbruchkante bewegt sich langsam aber stetig auf das Stadtzentrum zu, viele Gebäude gelten als akut einsturzgefährdet. Zahlreiche Evakuierte müssen sich auf eine langfristige Umsiedlung einstellen, da die Rückkehr in die alten Häuser als ausgeschlossen gilt. Die Regierung hat erneut finanzielle Hilfen versprochen, doch viele Betroffene erinnern sich an die schleppenden Entschädigungen nach dem letzten schweren Erdrutsch in den 1990er Jahren und zweifeln dem SRF zufolge an einer raschen Lösung.
Die Infrastruktur der Stadt steht weiter am Limit: Zwei der drei Zufahrtsstraßen bleiben gesperrt, die Versorgung der Notunterkünfte gestaltet sich schwierig. Kontrollflüge und Einsatzbesprechungen finden weiterhin täglich statt, um die Ausbreitung des Erdrutsches zu dokumentieren und weitere Evakuierungen vorzubereiten. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, Sperrzonen unbedingt zu respektieren – neue Regenfälle könnten laut aktuellen Wetterprognosen die Lage erneut verschärfen.
Vorangegangene Berichterstattung: Kilometerlanger Erdrutsch zerstört Häuser, Straßen und Hoffnungen auf Sizilien
Was als sintflutartiger Regen begann, wurde für die Stadt Niscemi auf Sizilien zum Alptraum: Ein kilometerlanger Erdrutsch zerstört Häuser, Straßen und Hoffnungen. Die Regierung hat den Notstand ausgerufen, tausende Menschen wurden evakuiert und die Gefahrenzone wächst unaufhaltsam.
Die sizilianische Stadt Niscemi steht weiterhin im Zentrum einer schweren Naturkatastrophe. Am Donnerstag (29. Januar 2026) ist die Situation nach wie vor äußerst angespannt: Mehr als 1500 Menschen wurden inzwischen evakuiert, ganze Straßenzüge sind gesperrt, und das Zentrum der Stadt rückt immer näher an die sogenannte rote Zone heran – ein Sperrgebiet, das aus Sicherheitsgründen von niemandem betreten werden darf. "Der Erdrutsch ist weiterhin voll aktiv, die Lage bleibt kritisch", betonte Fabio Ciciliano, der Chef des italienischen Zivilschutzes, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.