Trotz Waffenruhe: Wieder Zwischenfälle im Gazastreifen
Autor: dpa
, Montag, 20. Oktober 2025
Am Sonntag wurden im Gazastreifen zwei israelische Soldaten getötet, Israel reagierte mit heftigen Luftangriffen. Die Lage hat sich seitdem beruhigt. Dennoch gibt es einem Bericht zufolge wieder Tote.
Die Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas bleibt fragil. Nachdem die Feuerpause bereits am Sonntag gewackelt hat, gab es im Gazastreifen erneut einzelne Zwischenfälle. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete unter Berufung auf eine Klinik zwei Tote durch israelischen Beschuss im Viertel Tuffah im Osten der Stadt Gaza. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Israel lässt nach einem Aussetzen der Hilfslieferungen derweil wieder humanitäre Güter in den Gazastreifen. Die politische Führung habe angeordnet, dass «humanitäre Hilfe weiterhin den Gazastreifen über den Übergang Kerem Schalom und weitere Übergänge erreicht», verlautete aus Sicherheitskreisen. Am Sonntag hatte es noch geheißen, die Hilfslieferungen seien wegen «eklatanter Verletzung» der Waffenruhe-Vereinbarungen durch die islamistische Terrororganisation Hamas gestoppt worden.
Nach Inkrafttreten der Waffenruhe waren die Hilfslieferungen als Teil der Vereinbarung ausgeweitet worden, mit einem Ziel von 600 Lkw am Tag. Die zuständige israelische Behörde Cogat äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht dazu, wie viele Transporter derzeit tatsächlich täglich in das Gebiet fahren.
Israel: Palästinenser betraten von Militär kontrolliertes Gebiet
Israels Armee bestätigte unterdessen Zwischenfälle im Gazastreifen. In Schedschaija, einem Nachbarviertel von Tuffah, hätten in zwei Fällen am Morgen Palästinenser ein vom Militär kontrolliertes Gebiet betreten und sich Soldaten genähert. Konkret hätten sie die «gelbe Linie», hinter die sich die israelische Armee als Teil der vereinbarten Waffenruhe zurückgezogen hat, überschritten. Die Palästinenser hätten eine Bedrohung für die Soldaten dargestellt, hieß es weiter. Diese hätten deshalb auf die Menschen – die Armee sprach in beiden Fällen von «Terroristen» – gefeuert.
Zu möglichen Opfern machte Israels Militär zunächst keine Angaben. Es war zunächst auch unklar, ob einer der beiden Vorfälle im Zusammenhang mit dem von Wafa geschilderten Bericht steht.
Israels Armee meldete am Montagnachmittag einen ähnlichen Vorfall im Gebiet der Stadt Chan Junis im Süden des Gazastreifens. Dort seien Personen aus der Luft angegriffen und «ausgeschaltet» worden, die sich Soldaten genähert hätten.
Die Angaben beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.