Mutmaßlicher Anschlag auf Flydubai-Flug: Passagiere schildern Situation
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Jerusalem, Donnerstag, 01. Oktober 2026
Vier israelische Passagiere verhinderten auf einem Flydubai-Flug nach Tel Aviv durch ihr beherztes Eingreifen eine Katastrophe. Ein Beteiligter sagt zu Israels Präsident, alle Menschen an Bord seien Helden gewesen.
Update vom 1.10.2026: Herzog will Flydubai-Helfer für Zivilcourage auszeichnen
Der israelische Präsident Izchak Herzog plant, vier Passagiere für die Präsidentenmedaille für Zivilcourage vorzuschlagen, die bei der Überwältigung eines Angreifers auf dem Flydubai-Flug nach Tel Aviv geholfen haben. "Sie haben sich selbst in Gefahr gebracht, um andere zu retten, und eine schreckliche Katastrophe verhindert", sagte Herzog laut seinem Büro. Sie hätten dafür gesorgt, dass "die ganze Welt das schöne und mutige Gesicht der israelischen Gesellschaft gesehen" habe. Er nannte die Passagiere Yaniv Hayun, Schota Musajew, Zivka Manes und Asaf Radschuan. Der Präsident verleiht die Auszeichnung, jedoch entscheidet ein Komitee über die Empfänger.
Herzog sprach nach dem dramatischen Geschehen mit den vier israelischen Passagieren, die Berichten zufolge halfen, einen möglichen Flugzeugabsturz zu verhindern. Nach dem mutmaßlichen Messerangriff des Copiloten geriet die Maschine in einen gefährlichen Sturzflug. Der indische Kapitän habe mit dem Angreifer gekämpft und die Cockpit-Tür geöffnet. Eine Israelin, die ihre kleine Tochter zur Toilette begleitet hatte, schlug Alarm. Daraufhin seien vier israelische Männer zu Hilfe geeilt und hätten den Angreifer im Cockpit überwältigt. "Das schnelle Handeln der Passagiere und der Besatzung verhinderte eine größere Katastrophe", hieß es in der Mitteilung.
Der Zahnarzt Schota Musajew, der dem schwer verletzten indischen Piloten Erste Hilfe leistete, erzählte dem Präsidenten, alle Passagiere an Bord seien Helden gewesen: "Wir haben uns gegenseitig im Flugzeug unterstützt und auch, als wir in Saudi-Arabien ankamen, und uns umeinander gekümmert, wie es sich gehört."
Emirate leiten Ermittlungen zu Vorfall auf Flydubai-Flug ein
Radschuan sprach von einem "außergewöhnlichen Vorfall". Die Passagiere hätten sich zunächst hilflos gefühlt. "Aber es war alles Instinkt: zu überleben, die Familie, die Menschen und die Kinder zu retten." An Bord der Maschine waren laut Medienberichten 174 Passagiere, darunter 27 Kinder, die meisten davon israelische Staatsbürger.
Die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate haben die Ermittlungen aufgenommen. Generalstaatsanwalt Hamad Saif al-Schamsi setzte dafür ein spezielles Ermittlungsteam ein, wie die staatliche Nachrichtenagentur Wam berichtete.
Die Ermittler sollen den Ablauf und die Hintergründe klären. Dabei soll auch geprüft werden, ob ein Zusammenhang mit terroristischen Aktivitäten besteht und ob der Vorfall im Voraus geplant oder angeordnet wurde. Für die Untersuchung seien die Justizbehörden der Vereinigten Arabischen Emirate zuständig, da das Flugzeug dort registriert ist und die emiratische Flagge führt, hieß es in dem Bericht.
Wadephul zu Vorfall auf Flydubai-Flug: Angriff auf Luftfahrt
Israels Regierung geht von einem versuchten dschihadistischen Terroranschlag des aus dem Oman stammenden Copiloten aus - wichtige Fragen sind aber noch offen. Nach Angaben des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu stach einer der Piloten mit einem Messer auf seinen Kollegen ein, als die Maschine sich am Morgen Israel näherte. Er habe offenbar vorgehabt, das Flugzeug mit den Passagieren zum Absturz zu bringen. Verteidigungsminister Israel Katz sprach vom "Versuch eines dschihadistischen Anschlags", der nur dank des Mutes israelischer Passagiere vereitelt worden sei. Das in Dubai gestartete Flugzeug konnte im saudi-arabischen Tabuk notlanden.