Mord an Rapper Tupac Shakur: Drahtzieher bekommt nun 40 Jahre Gefängnis
Autor: Agentur dpa
Las Vegas, Mittwoch, 14. Oktober 2026
Der Mord an dem Rapper Tupac Shakur erschütterte 1996 die Öffentlichkeit. Erst drei Jahrzehnte später kam es zum Prozess, nun folgt eine lange Haftstrafe.
Fast ohne Regung nimmt der ehemalige Gang-Anführer Duane Davis im Gericht von Las Vegas das Strafmaß zur Kenntnis. In Handschellen steht der 63-Jährige vor der Richterin, die ihn nun – 30 Jahre nach der Ermordung von Rapper Tupac Shakur – zu mindestens 40 Jahren Gefängnis verurteilt.
Erst nach Ablauf dieser Zeit könnte Davis einen Antrag auf Entlassung auf Bewährung stellen. Er dürfte damit den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen.
Schwester bittet um die Höchststrafe
Lange hatte die Familie des legendären Rappers auf diesen Moment gewartet. Angehörige von Shakur hielten bei der Anhörung am Dienstag (Ortszeit) bewegende Ansprachen. Teils unter Tränen sprach Sekyiwa Shakur (51), die Schwester des Rappers, über den enormen Verlust, als ihr älterer Bruder am 7. September 1996 in einem Auto in Las Vegas angeschossen wurde und sechs Tage später im Krankenhaus starb. Tupac Shakur war 25 Jahre alt.
Er sei ihr "leuchtender Stern" und für so viele eine "Ikone" gewesen, sagte die 51-Jährige. Er sei schon in jungen Jahren als Beschützer seiner Familie aufgetreten, der große Pläne hatte, die Welt zu verbessern. Sie habe seinen Tod nie überwunden. Eindringlich bat Sekyiwa Shakur die Richterin darum, die Höchststrafe zu verhängen.
Auch Rapper Mopreme Shakur, ein Stiefbruder von Tupac Shakur, meldete sich zu Wort. Der Verlust des Musikers sei niederschmetternd, herzzerreißend und traurig gewesen, nicht nur für die Familie, auch für die weltweite Gemeinschaft der Tupac-Anhänger.
Angeklagter fordert seine Sachen zurück
Richterin Carli Kierny gab auch Davis im Gericht die Gelegenheit, sich in eigener Sache zu äußern. Doch der Verurteilte nutzte diesen Moment nur, um etwas einzufordern. Er wolle seine Sachen zurückhaben, etwa Fotos, die Ermittler aus seinem Haus mitgenommen hätten, sagte Davis mit stoischer Miene. Gemeinsam mit seinem Anwalt erklärte er, dass sie Berufung gegen das Urteil einlegen werden.
Rund sechs Wochen zuvor hatten zwölf Geschworene in Las Vegas einen Schuldspruch gegen Davis verhängt. Die Jury in dem mehrwöchigen Prozess sah es als erwiesen an, dass er als Drahtzieher für den Tod des Rappers verantwortlich war.