Schwere russische Angriffe: 18 Tote, mehr als 100 Verletzte
Autor: dpa
, Donnerstag, 16. April 2026
Der ukrainische Präsident Selenskyj dankt bei einer Europa-Reise für neue Militärhilfen für sein Land. Russland kritisiert die Waffenlieferungen immer wieder - und antwortet mit Härte.
Bei massiven russischen Angriffen in der Ukraine sind in der Nacht mindestens 18 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden. Eine weitere Nacht habe bewiesen, dass Russland keine Lockerung der globalen Politik oder die Aufhebung von Sanktionen verdiene, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Medien. Er hatte zuvor bei einer Europa-Reise neue Zusagen für militärische Hilfen der westlichen Staaten erhalten und dafür gedankt.
Russland kritisiert die westlichen Waffenlieferungen hingegen als Eskalation in dem Krieg, den Moskau seit mehr als vier Jahren führt. Die Militärführung in Moskau überzog als Antwort auf die in dieser Woche bekanntgewordenen Rüstungshilfen die Ukraine erneut mit schweren Luftschlägen.
Russland attackierte in Wellen mehrere Regionen des Nachbarlandes. Selenskyj sprach unter Berufung auf die Luftwaffe von fast 700 Drohnen sowie von Raketen und Marschflugkörpern, die Russland seit dem Vortag eingesetzt habe. Die meisten ballistischen Raketen zielten demnach auf die Hauptstadt Kiew.
Selenskyj forderte Druck auf den Angreifer Russland. Zugleich forderte er einmal mehr, dass jedes Versprechen zur Unterstützung der Ukraine rechtzeitig erfüllt werde.
EU-Ratspräsident António Costa sprach den Verwundeten und den Familien der Opfer der «ungeheuerlichen Angriffe» sein Mitgefühl aus. «Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine ist gescheitert, und deshalb greift es nun bewusst zur Terrorisierung der Zivilbevölkerung», schrieb er auf der Plattform X. «Russland muss diesen Terrorkrieg beenden.» Die EU werde den Druck auf Russland weiter erhöhen, so der Portugiese. «Und wir werden unsere standhafte Unterstützung für die Ukraine aufrechterhalten, während sie sich gegen die russische Aggression verteidigt.»
Neun Tote allein in der Hafenstadt Odessa
In der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer kamen mindestens neun Menschen ums Leben, wie Gouverneur Oleh Kiper mitteilte. Verletzt wurden demnach 23 weitere Personen. Russland habe in mehreren Wellen mit Raketen und Drohnen angegriffen. Unter anderem Objekte der kritischen Infrastruktur, des Hafens und Wohngebäude seien beschädigt worden.