Merz trifft Trump: Besuch im Zeichen des Iran-Kriegs
Autor: Michael Fischer und Khang Mischke, dpa
, Dienstag, 03. März 2026
Es wird sich alles um ein Thema drehen, wenn Kanzler Merz heute zum zweiten Mal bei US-Präsident Trump zu Besuch ist: den Krieg im Nahen Osten, der inzwischen weit über den Iran hinaus geht.
Drei Tage nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran ist Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Washington eingetroffen, um sich mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus zu treffen. Ein Thema wird dabei ganz klar im Mittelpunkt stehen: Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran, die sich inzwischen zu einem Krieg ausgeweitet haben, der einen großen Teil der Nahost-Region erfasst hat.
Es ist der zweite bilaterale Besuch des Kanzlers im Weißen Haus seit seinem Amtsantritt vor zehn Monaten. Im August vergangenen Jahres war er außerdem bei einem Ukraine-Gipfel dort. Merz' Antrittsbesuch im Juni war ausgesprochen harmonisch verlaufen, diesmal dürfte es schwieriger werden.
Das Treffen: Erst Oval Office, dann Mittagessen
Seit Trump Präsident ist, gelten die Empfänge von ausländischen Staatsgästen im Oval Office – dem mit allerhand Gold verzierten Büro des Präsidenten im Westflügel des Weißen Hauses – als berüchtigt. Den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj demütigte Trump hier vor laufenden Kameras und auch den südafrikanischen Staatschef Cyril Ramaphosa führte er vor.
Merz kam dagegen im vergangenen Juni ziemlich gut davon. Trump bezeichnete ihn als «respektierten» und «guten Mann» und versprach: «Wir werden eine großartige Beziehung zu Ihrem Land haben.» Der Auftritt der beiden vor laufenden Kameras dauerte damals 42 Minuten. Merz hatte ganze drei Minuten Redezeit.
Für das Treffen heute Vormittag (Ortszeit, 17.15 Uhr deutscher Zeit) sind zunächst 30 Minuten im Oval Office angesetzt - Verlängerung möglich. Anschließend ist ein gemeinsames Mittagessen geplant.
Trump und der Iran: «Wir prügeln sie windelweich»
Das klar dominierende Hauptthema wird der Krieg gegen den Iran sein. Die USA wollen nach Darstellung von Verteidigungsminister Pete Hegseth die iranische Raketenbedrohung und ihre Marine zerstören. Das Land dürfe keine Atomwaffen haben. Ein Teil der iranischen Führungsriege wurde bereits getötet, militärische Stützpunkte, Atomanlagen und Waffensysteme zerstört.
«Wir prügeln sie windelweich», sagte Trump am Montag. Er will den Krieg in vier bis fünf Wochen beenden, sagt aber auch, dass es länger dauern kann. «Wir haben noch nicht einmal angefangen, hart zuzuschlagen», sagte er dem Sender CNN. «Die große Welle kommt bald.»