Trump lobt Merz - und attackiert andere Europäer
Autor: Michael Fischer und Jan Mies, dpa
, Dienstag, 03. März 2026
Bundeskanzler Merz trifft Donald Trump im Oval Office - und wird ausgesprochen freundschaftlich empfangen. Dafür geht der US-Präsident andere Nato-Verbündete hart an.
US-Präsident Donald Trump hat die deutsche Haltung zum Iran-Krieg gelobt und auf Forderungen nach einer Beteiligung an der Militäraktion verzichtet. Deutschland habe sich, im Gegensatz zu anderen Nato-Partnern wie Großbritannien und Spanien, «großartig» verhalten, sagte Trump während des Treffens mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Oval Office des Weißen Hauses in Washington. Er versicherte: «Wir fordern sie nicht auf, Bodentruppen zu entsenden oder irgendetwas in der Art zu tun.»
Die Nato-Partner Spanien und Großbritannien attackierte Trump dagegen scharf. «Einige europäische Länder wie Spanien haben sich schrecklich verhalten.» Er verwies darauf, dass Spanien den USA untersagt hat, Luftwaffenstützpunkte auf seinem Territorium zu nutzen.
Heftige Kritik an Spanien: «Sie waren unfreundlich»
Trump sagte dazu, niemand könne den USA vorschreiben, was sie zu tun oder zu lassen hätten. Wenn die USA wollten, könnten sie Spaniens Stützpunkte auch ohne Erlaubnis nutzen. «Sie waren unfreundlich.» Und deshalb habe er seinen Finanzminister Scott Bessent angewiesen, «alle Deals» mit Madrid einzustellen. Welche Abkommen Trump meinte, blieb zunächst unklar.
Merz stimmte in die Kritik an Spanien ein - aber nur Blick auf die Weigerung des Landes, sich auf das gemeinsam vereinbarte Ziel zu den Nato-Verteidigungsausgaben zu halten. Trumps Drohungen, Wirtschaftsbeziehungen zu Spanien zu kappen, trat Merz in den ARD-«Tagesthemen» später entschieden entgegen. «Ich habe ihm sehr deutlich gesagt: Du kannst hier keinen isolierten Vertrag mit Deutschland abschließen oder einen Vertrag mit ganz Europa, aber Spanien nicht.»
Kritik an Großbritannien: Keine Churchill-Ära
Den britischen Premierminister Keir Starmer hatte der US-Präsident schon in den vergangenen Tagen mehrfach in Medieninterviews kritisiert. Jetzt sagte er, ohne Starmers Namen zu nennen: «Wir haben es hier nicht mit Winston Churchill zu tun». Den Vergleich zum legendären britische Premierminister, der große Verantwortung am Sieg der Alliierten im Zeiten Weltkrieg getragen hatte, führte Trump sogar zweimal an. Das Verhalten der Briten sei «shocking» (in etwa: schockierend).
Großbritannien hatte den USA britischen Medien zufolge erst verweigert, Angriffe auf den Iran von britischen Stützpunkten durchzuführen. Erst am Sonntagabend lenkte Starmer ein und erlaubte die Nutzung in begrenztem Umfang.
Kanzler für Regimewechsel: «Wir sind uns einig»
Deutschland hat anders als Spanien kein Problem damit, dass die USA den Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein für die Angriffe nutzen. Eine Beteiligung an der Militäraktion schließt die Bundesregierung allerdings aus - anders als Frankreich und Großbritannien, die Kriegsschiffe zur Abwehr von Raketen und Drohnen in die Region schicken. Nach Angaben von Merz ist Deutschland bisher auch weder von den USA noch von Israel um eine militärische Unterstützung der Angriffe gegen den Iran gebeten worden.