Iran stoppt Containerschiffe - Warnung vor neuer Eskalation
Autor: dpa
, Freitag, 27. März 2026
Israels Armee greift Irans Rüstungsindustrie an, während die Basidsch-Miliz Containerschiffe an der Straße von Hormus stoppt. Ein direktes Treffen zwischen USA und Iran soll in Vorbereitung sein.
Trotz diplomatischer Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs dauert der Schlagabtausch im Nahen und Mittleren Osten an und eine Entspannung an der für die Weltwirtschaft wichtigen Straße von Hormus ist nicht in Sicht. Im Streit um die freie Schifffahrt durch die Meerenge blieb der Iran unnachgiebig. Die paramilitärische Basidsch-Miliz verwehrte drei Containerschiffen die Durchfahrt.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim begründete die Miliz ihr Vorgehen mit angeblichen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, wonach die Meerenge für die Schifffahrt offen sei. Die Miliz wies auf die offizielle iranische Haltung hin, dass für Schiffe mit Verbindungen zu Israel, den USA und deren Verbündeten die Passage verboten sei.
Trump verschiebt Ultimatum
Trump hatte sein Ultimatum zur Wiedereröffnung der Meerenge am Donnerstagabend deutscher Zeit erneut verlängert. Die angedrohten Angriffe auf Irans Energieinfrastruktur verschob er um zehn Tage – die neue Frist ist nun der 6. April (Ortszeit Washington). Er verwies auf «sehr gute» Gespräche. Zuvor hatte er die Passage von zehn Öltankern als «Geschenk» Teherans bezeichnet und als Zeichen des guten Willens dargestellt.
Die Meerenge ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wird durch das an der schmalsten Stelle nur etwa 50 Kilometer breite Nadelöhr transportiert.
Tusk warnt vor möglicher Eskalation
Polens Regierungschef Donald Tusk hält eine weitere Eskalation der Lage in der Region für möglich. «Ich habe seit einigen Dutzend Stunden Grund zur Annahme – auch aufgrund von Informationen unserer Verbündeten – dass in den nächsten Tagen kaum mit einer Stabilisierung im Nahen Osten zu rechnen ist», sagte Tusk in Warschau. Das Gegenteil sei der Fall: «Die nächsten Tage und Wochen könnten zu einer Eskalation dieser Situation führen.»
Israels Armee griff nach eigenen Angaben in der Nacht zum Freitag erneut Ziele im Iran an. Ins Visier seien dabei unter anderem Produktionsstätten für ballistische Raketen, Raketenlager und Raketenabschussrampen genommen worden, teilte das israelische Militär mit. Angriffe habe es unter anderem in der iranischen Hauptstadt Teheran gegeben. Ziel sei es, den iranischen Beschuss auf Israel einzuschränken.
Wieder Raketen aus dem Iran auf Israel
Dennoch heulten wegen Angriffen aus dem Iran in der Nacht erneut die Sirenen in Israel, darunter in der Küstenmetropole Tel Aviv. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Und am frühen Nachmittag gab es in Israel erneut Raketenbeschuss aus dem Iran. Berichte über Schäden oder Opfer gab es zunächst nicht.