Israel stellt sich auf Neubeginn des Iran-Kriegs ein
Autor: dpa
, Sonntag, 17. Mai 2026
Israel ist laut Netanjahu mit Blick auf die Region «auf jedes Szenario vorbereitet». Ein Drohnenangriff in den Emiraten schürt die Sorge vor einer neuen Eskalation - genau so wie Drohungen Trumps.
Israel stellt sich nach Medienberichten angesichts stockender diplomatischer Bemühungen auf eine mögliche Wiederaufnahme der Angriffe im Iran ein. «Unsere Augen sind weit geöffnet in Bezug auf den Iran», sagte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei einer Kabinettssitzung in Jerusalem. Er werde in Kürze mit US-Präsident Donald Trump sprechen. «Es gibt gewiss viele Möglichkeiten, wir sind auf jedes Szenario vorbereitet.»
Die israelische Armee sei in Erwartung einer möglichen Wiederaufnahme der Angriffe im Iran in höchster Bereitschaft, schrieb die Zeitung «Jediot Achronot» unter Berufung auf israelische Regierungsvertreter. Israel warte auf eine Entscheidung Trumps, hieß es.
Trump droht: «Für den Iran tickt die Uhr»
Der US-Präsident drohte dem Iran Stunden später erneut mit Zerstörung. «Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. «DIE ZEIT DRÄNGT!»
Das Nachrichtenportal «Axios» zitierte ihn nach einem Telefoninterview zudem mit der Aussage, dass der Iran «viel härter» getroffen werde, sollte die Führung des Landes in den Bemühungen um ein Kriegsende keinen besseren Vorschlag vorlegen.
«Wir wollen ein Abkommen schließen. Sie sind noch nicht da, wo wir sie haben wollen. Sie müssen dorthin gelangen, sonst werden sie hart getroffen, und das wollen sie nicht», betonte Trump demnach.
Bericht: Bald Beratungen zu militärischen Optionen erwartet
Dem US-Medium zufolge sagten nicht namentlich genannte US-Beamte, dass militärische Optionen aktuell wieder auf dem Tisch lägen. Hintergrund ist demnach die Ablehnung von US-Forderungen durch Teheran sowie mangelnde Bereitschaft des Irans, bei seinem umstrittenen Atomprogramm bedeutende Zugeständnisse zu machen.
Es werde erwartet, dass Trump am Dienstag mit seinem nationalen Sicherheitsteam im «Situation Room», dem streng gesicherten Lagezentrum der US-Regierungszentrale in Washington, zusammenkommen werde. Dort sollten Optionen für militärische Maßnahmen erörtert werden, zitiert «Axios» zwei US-Beamte.