Israel ist laut Netanjahu mit Blick auf die Region «auf jedes Szenario vorbereitet». Ein Drohnenangriff auf ein Atomkraftwerk in den Emiraten schürt die Sorge vor einer neuen Eskalation.
Israel stellt sich nach Medienberichten angesichts stockender diplomatischer Bemühungen auf eine mögliche Wiederaufnahme der Angriffe im Iran ein. «Unsere Augen sind weit geöffnet in Bezug auf den Iran», sagte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei einer Kabinettssitzung in Jerusalem. Er werde in Kürze mit US-Präsident Donald Trump sprechen. «Es gibt gewiss viele Möglichkeiten, wir sind auf jedes Szenario vorbereitet.»
Die israelische Armee sei in Erwartung einer möglichen Wiederaufnahme der Angriffe im Iran in höchster Bereitschaft, schrieb die Zeitung «Jediot Achronot» unter Berufung auf israelische Regierungsvertreter. Israel warte auf eine Entscheidung Trumps, hieß es.
Zugleich mehrten sich die Anzeichen, dass der US-Präsident neue Militärschläge gegen den Iran anordnen könnte, nachdem er zu dem Schluss gekommen sei, dass Teheran nicht bereit sei, seine Bedingungen bei den Verhandlungen zu akzeptieren.
Drohnenangriff auf Atomkraftwerk in den Emiraten
Bei einem Drohnenangriff in den Vereinigten Arabischen Emiraten brach derweil an einem Atomkraftwerk ein Feuer aus. Ein Stromgenerator der Anlage in der Wüstenregion westlich von Abu Dhabi sei in Brand geraten, teilte das Medienbüro der Hauptstadt mit. Der Brand habe die Sicherheit der Anlage aber nicht gefährdet und der Betrieb laufe normal, hieß es. Auch Verletzte habe es nicht gegeben.
Der Verdacht richtete sich schnell gegen den Iran, der die Emirate seit Kriegsbeginn im Nahen und Mittleren Osten besonders stark angegriffen hat. Das Land meldete seit Ende Februar nahezu 3.000 iranische Angriffe mit Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern.
Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, zeigte sich schwer besorgt über den Vorfall. «Militärische Handlungen, die die Atomsicherheit gefährden, sind nicht hinnehmbar», teilte er mit. Die Emirate hätten die IAEA aber informiert, dass die Strahlenwerte normal seien.
London bringt kostengünstigere Drohnenabwehr in Nahen Osten
Die Abwehr iranischer Drohnen ist für die Golfstaaten eine große Herausforderung. Nun führt deren Verbündeter Großbritannien eine kostengünstigere Abwehrwaffe ein. Das Verteidigungsministerium in London erklärte, seine Kampfflugzeuge im Nahen Osten vom Typ Typhoon würden mit neuen und kostengünstigen Raketen speziell zur Drohnenabwehr ausgerüstet. Damit sei die präzise Zerstörung von Zielen möglich - und das «zu einem Bruchteil der Kosten der Raketen, die aktuell dafür genutzt werden».