Acht Tote bei Lawinen in den Alpen: Frau stirbt vor den Augen ihres Mannes
Autor: Agentur dpa
Österreich, Sonntag, 18. Januar 2026
Die Schneehöhen in den österreichischen Alpen sind überschaubar. Doch die ungünstige Schichtung der Schneedecke birgt tödliche Gefahren - selbst für geübte Skitourengeher.
Es ist das in dieser Saison bisher tödlichste Lawinen-Wochenende in den Alpen: Bei drei Lawinenabgängen kamen allein am Samstag (17. Januar 2026) in Österreich laut Behörden acht Menschen ums Leben. Die Opfer stammen laut Polizei aus Tschechien und Österreich.
Die Skitourengeher wurden außerhalb von Pisten von den Schneemassen verschüttet. Behörden und Retter warnen vor einer weiterhin großen Gefahr durch Abgänge.
Lawinenunglück in Österreich: Sieben Menschen im Großarltal verschüttet
Am Samstagnachmittag war den Angaben zufolge eine Lawine am 2150 Meter hohen Finsterkopf im Großarltal im Bundesland Salzburg niedergegangen. Sieben Skitourengeher seien dabei verschüttet worden. Vier Mitglieder der Gruppe konnten laut Bergrettung nur noch tot geborgen werden. Die anderen wurden teils schwer verletzt.
Kurz zuvor war eine Frau, die zusammen mit ihrem Ehemann unterwegs war, im Raum Bad Hofgastein von einer Lawine erfasst worden. Sie starb vor den Augen ihres Mannes unter den Schneemassen.
In der Gemeinde Pusterwald in der Steiermark kam es laut Polizei am späten Nachmittag zu einem weiteren Lawinenunglück. Sieben tschechische Skitourengeher waren in dem Gelände unterwegs, als sich eine Lawine löste. Drei von ihnen seien von der Lawine verschüttet worden, so die Polizei. Für sie kam jede Hilfe zu spät. Die vier Begleiter, welche nicht erfasst worden waren, seien von den Einsatzkräften aus dem alpinen Gelände gebracht und notfallmedizinisch erstversorgt worden.
"Lage ist heikel": Große Lawinengefahr in der Region
"Die Lawinenlage ist heikel", sagte die Sprecherin der Bergrettung weiter. Alt- und Neuschnee seien schlecht miteinander verbunden, so dass sich immer wieder Lawinen lösten. "Diese Tragödie zeigt schmerzhaft, wie ernst die aktuelle Lawinenlage ist", sagte der Bezirksleiter der Bergrettung Pongau, Gerhard Kremser.
Bei den drei Unglücken war ein Großaufgebot an Rettern im Einsatz. Insgesamt mehr als 200 Helfer und Bergretter haben den Angaben nach geholfen, die Toten zu bergen und die Verletzten in Krankenhäuser zu fliegen.