Xi und Putin betonen Freundschaft in Peking
Autor: Jörn Petring und Ulf Mauder, dpa
, Mittwoch, 20. Mai 2026
US-Präsident Trump ist gerade erst weg, da rollt Peking schon für Kremlchef Putin den roten Teppich aus. Gastgeber Xi zeigt damit: China spricht mit Washington, hält aber demonstrativ auch zu Moskau.
Wenige Tage nach dem Besuch von US-Präsident Donald Trump haben Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und Russlands Präsident Wladimir Putin in Peking ihre Freundschaft und enge Zusammenarbeit betont. Vor der Großen Halle des Volkes begrüßte Xi den Kremlchef mit militärischen Ehren und rotem Teppich. Auf Bildern chinesischer Staatsmedien waren auch Kinder mit russischen und chinesischen Fähnchen zu sehen.
Die Bilder erinnerten in ihrer staatlichen Choreografie an den Empfang Trumps wenige Tage zuvor. Auch den US-Präsidenten hatte Xi in Peking mit vielen freundlichen Worten empfangen. Nun demonstrierten China und Russland demonstrativ Nähe.
Freundschaftsvertrag verlängert
Xi verwies zum Auftakt der Gespräche auf die langjährige gute Nachbarschaft beider Staaten. Angesichts einer von Unruhe geprägten internationalen Lage müssten China und Russland ihre umfassende strategische Zusammenarbeit vorantreiben. Putin sagte, die Beziehungen beider Länder seien einer «der wichtigsten stabilisierenden Faktoren auf der internationalen Bühne». Beide Seiten verlängerten auch ihren seit 25 Jahren bestehenden Vertrag über gute Nachbarschaft, Freundschaft und Zusammenarbeit.
Der russische Präsident hob die Bedeutung seines Landes als verlässlicher Energielieferant in Krisenzeiten hervor. «Vor dem Hintergrund der Krise im Nahen Osten behält Russland weiterhin seine Rolle als zuverlässiger Lieferant von Rohstoffen bei, während China als verantwortungsbewusster Abnehmer dieser Rohstoffe auftritt», sagte Putin. Er lud Xi auch zu einem Gegenbesuch 2027 nach Russland ein.
Xi ruft zu Waffenstillstand im Nahen Osten auf
Mit Blick auf die Nahost- und Golfregion sagte Xi nach chinesischen Angaben, ein umfassender Waffenstillstand sei dringend nötig, Verhandlungen seien besonders wichtig. Eine frühe Lösung des Konflikts könne helfen, Störungen der Energieversorgung, der Lieferketten und der internationalen Handelsordnung zu verringern.
Zumindest in den öffentlich transportierten Aussagen der beiden Präsidenten spielte der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine zunächst keine Rolle.
Freundliches Treffen mit Trump
Putins Besuch sorgt auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil Xi erst in der vergangenen Woche Trump in Peking empfangen hatte. Die Reise des russischen Präsidenten war nach Kremlangaben allerdings bereits zuvor geplant worden.