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Kuriose Frage geht um die Welt: Dürfen Astronauten im Weltraum masturbieren?


Autor: Melina Mark

USA, Mittwoch, 27. Juli 2022

Der amerikanische Talkshow-Moderator Conan O'Brien hat für seinen Podcast "Conan O’Brien Needs a Friend" einen Gast interviewt, der sich als Ingenieur bei der Raumfahrtbehörde vorstellte. Er habe über eine kuriose Regel aufgeklärt, die im All gelten soll: Astronauten dürfen nicht masturbieren. Was steckt dahinter?
Die Frage nach Selbstbefriedigung im All entstand in einer Talkshow des US-Kult-Moderators Conan O'Brien.


Ein Nasa-Wissenschaftler, der sich als solcher in einer Show des US-Kult-Moderators Conan O'Brien vorgestellt hatte, soll von einer kuriosen Regel für Astronauten im All berichtet haben: Raumfahrer dürfen im All nicht masturbieren. Doch ist das wirklich wahr?

Der Experte, der nur Smythe genannt wurde, musste sich kuriosen Fragen stellen. Eine davon war, ob er jemals pornografisches Material ins Weltall an die Internationalen Raumstation (ISS) geschickt habe. Das verneinte der Talkshow-Gast. Anschließend hatten die Anwesenden über Selbstbefriedigung im All gewitzelt und so entstand die Behauptung: Die Nasa halte Astronauten dazu an, im All nicht zu masturbieren. Das habe einen einfachen und einleuchtenden Grund, denn dort gibt es keine Schwerkraft.

Freischwebende Samenflüssigkeit: Ist deshalb Masturbation im All verboten?

"Drei Astronautinnen könnten vom selben Mann geschwängert werden. Es findet seinen Weg", sagte ein Talkshow-Gast daraufhin und spielte darauf an, dass im Falle einer männlichen Ejakulation die Samenzellen durch die Luft fliegen würden und deshalb Enthaltsamkeit die einzig wirksame Verhütung im Weltall darstelle.

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Der Moderator ließ in puncto Lusterfüllung trotzdem nicht locker und fragte Smythe, ob Geschlechtsverkehr im All überhaupt möglich sei. Der Experte erklärte, dass es zwar nicht unmöglich sei, aber sich äußerst schwierig gestalte.

Viele große Medienportale griffen die angebliche Regel bezüglich Selbstbefriedigung im Weltall in ihren Artikeln auf und zitierten Smythe immer wieder - bloß hatte er das nie behauptet.

Mythos aufgedeckt: So entstand das Gerücht um die Weltraum-Masturbation

Die Webseite Snopes, die sich mit der Überprüfung von Fakten beschäftigt, brachte Licht ins Dunkel: Der Nasa-Wissenschaftler war nicht der einzige Gast in der Talkshow und hatte nie behauptet, dass man im All nicht masturbieren dürfe, damit man keine Frauen durch herumfliegendes Sperma schwängere. Neben Smythe Mulikan, der überhaupt kein direkter Angestellter der Nasa ist, waren Sona Movsesian und Matt Gourley - beides Comedians - als Co-Moderatoren anwesend.

Die Behauptung, dass die Raumfahrtbehörde das Onanieren verbiete, sei komplett aus der Luft gegriffen und entstand aus einem witzigen Wortabtausch zwischen zwei der Comedians: O'Brien und Gourley. Mulikan meldete sich erst später wieder zu Wort - ihm wurden fälschlicherweise die Worte in den Mund gelegt, die im Juli 2022 international verbreitet wurden.